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Menorah · 1932-09-01 · Heft 9-10 (September 1932) · p. 393

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 9-10 (September 1932)
Article
Das Allukrainische Staatsmuseum für jüdische Kunst auf den Namen von Mendele Mojcher Sfurim in Odessa
Date
1932-09-01
Page
393 (sequence 1)
Language
German
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Das Allukrainische Staatsmuseum für jüdische Kunst auf den Namen von Mendele Mo jeher Sfurim in Odessa Es ist unverkennbar, daß die Juden in Sowjet-Rußland in den letzten Jahren eine Reihe von Errungenschaften auf nationalkulturellem Gebiet aufzuweisen haben. Sie verfügen über eine ausgedehnte Tagespresse in jiddischer Sprache, Wochenschriften, literarische, technische, philologische und sonstige spezialwissenschaftliche Zeilschriften, einige Staatstheater, die zu den künstlerisch erfolgreichsten gehören, Schulen und Lehrstätten, Pädagogien und Techniken, Klubs und Museen — in ihrer Fülle veranschaulichen sie ein reges kulturelles Leben. Einige statistische Daten, die auf sowjetamtlichem Material beruhen, sollen ein ungefähres Bild vermiteln: In 30 Verwaltungsbezirken führen Polizei und Gericht und die übrigen Verwaltungsslellen ihre Angelegenheiten in jiddischer Sprache. Es gibt in der Sowjet-Union 1460 Schulen mit 200.000 Schülern, deren Unterrichtssprache Jiddisch ist; in der Ukraine allein 768 Schulen, die von 90.000 Schülern, das sind 79 Prozeit aller jüdischen Schüler überhaupt, besucht werden. An höheren Bildungsstätten gibt es in der Ukraine: (» jüdische Sektoren in allgemeinen landwirtschaftlichen Techniken mit 1055 Studenten, 3 jüdische Pädagogien (610 Studenten,), 16 jüdische industrielle Techniken, 5 jüdische landwirtschaftliche Tediniken, 6 jüdische Sektoren in allgemeinen landwirtschaftlichen Techniken, eine jüdische landwirtschaftliche Hochschule. Es erscheinen 32 jiddische Zeitungen, darunter 3 große Tageszeitungen: Die bedeutendsten Ausgaben sind: „Der Emess", Tageszeitung, Moskau; „Der Stern", Tageszeitung, Charkow; „Oktiaber", Tageszeitung, Minsk. Es bestehen 5 jüdische Slaatsthealer, 1 Kindcrthcatcr und andere allgemeine Kullurinstitutioncu, darunter: ein jüdisches wissenschaftliches Institut, einige Museen, Musikorchesier und eine Akademie für bildende Künstler. Drei Radiostationen senden ihr Programm in jüdischer Sprache. Eine ganze Anzahl neuer jüdischer Schriftsteller und Dichter sind in den letzten Jahren mit neuen Büchern hervorgetreten. Im Jahre 1931 sind 858 Bücher in jiddischer Sprache mit einem Gesamtumfang von 3854 Druckbogen erschienen. Ein Katalog über Bücher in jiddischer Sprache (1931) enthält 1264 Namen, darunter viele Übersetzungen und wissenschaftliche Fachliteratur. Einige der Kulturinstitute feierten bereits ihre Jubiläen: so vor einiger Zeit das Jüdische Staatstheater für Weißrußland seinen 5jährigen, das Minsker Jüdische Pädagogische Technikum seinen 10jährigen Bestand. Unter den Museen nimmt das „Allukrainische Museum für Jüdische Kultur auf den Namen von Mendele Mojcher Sfurim" in Odessa den ersten Rang ein. Es ist am zehnten Jahrestag der Oktoberrevolution, im Jahre 1927, gegründet worden, erhielt von den Regierungsstellen ein eigenes Haus, ein Stab von Mitarbeitern und ein bestimmtes Budget wurde ebenfalls zur Verfügung gestellt. Die Aufgabe des Museums war keine leichte, da die in Betracht gekomenen Sammelobjekte in verschiedenen Museen, aber auch im Privatbesitz verstreut waren und eine systematische Sammeltätigkeit in den zehn Jahren seit der Revolution nicht stattgefunden hat. Es mußte also von Grund auf neu aufgebaut werden. Einige Museen stellten lediglich einige Kollektionen zur Verfügung, darunter eine sehr werlvolle Münzensammlung aus der Zeit des zweiten Tempels. In knapp 5 Jahren konnten eine ganze Anzahl um Dokumenten und wertvollen geschichtlichen Materialien gesammelt werden, so daß heute mehrere Zehntausend von Objekten vorhanden sind. Die jüdischen Künstler in Sowjet-Rußland sind mit Bilderkollektionen und Skulpturen vertreten, die schon (wenn

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