Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1932)
- Article
- Ein Museum in Tel-Aviv
- Date
- 1932-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Max Liebermann eine sehr zarte Sache. Und eben darum muß ich es entschieden ablehnen, daß Ihr Programm in seiner gegenwärtigen Fassung von „1 e g e ndes de 1'Ancien Testament'4 spricht. Denn wie soll sich in Ihrem Haus die jüdische Kunst, die Erscheinung der jüdischen Seele, wohl fühlen und zurecht finden, wenn sie sich von leichtfertigem Zweifel an ihren Ursprüngen umgeben sieht? Uev vorliegende Brief ist vor einem Jahr geschrieben, Seine Veröffentlichung aber hat sich — aus Gründen privater Natur — bis heute verzögert. Ich bedauere das sehr. Denn vor einem Jahr stand das Museum in Tel-Aviv erst auf dem Papier, seither ist es durch die un geheure, begeisterte und mitreißende Arbeitskraft seines Urhebers fast schon Wirklichkeit geworden. Trotzdem hofft der Verfasser, daß seine Ausführungen nicht zu spät kommen. Denn sie haben ja einen grundsätzlichen Charakter. Das Museum in Tel-Aviv ist für sie nur ein Beispiel unter vielen. Die jüngst eingetroffene Nachricht, daß in Jerusalem Bemühungen im Gange seien, verdienten Männern öffentliche Denkmäler zu setzen und so „Versäumtes nachzuholen", liegt auf ähnlicher Linie; denn auch nur vom Standpunkt künstlerischer Kultur sollte Jerusalem sich stolz fühlen, eine Stadt ohne Denkmäler zu sein und ihre Straßen und Plätze frei zu halten von den plastischen Banalitäten, welche die Städte des Abendlandes verunzieren. Aber es scheint, daß unsere alten Fehler drüben noch immer besseren Boden finden als unsere neuen Einsichten.