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Menorah · 1932-09-01 · Heft 9-10 (September 1932) · p. Seite 383

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 9-10 (September 1932)
Article
Isaak Pinieff
Date
1932-09-01
Page
Seite 383 (sequence 21)
Language
German
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ISS AK PINIEFF fühlen. Denen aber müssen wir sagen, wie wir sie haben, wollen. Worden sie fest bleiben, ist es ein Glück Tür uns. Werden sie seheitern, ist es unser Unglück. Pinie ff: Ich sage Ihnen nochmals: Bringen Sie mir Ihre Leute! L un in: Ich kann sie Ihnen bringen. Warum nicht? Es wird gewiß nichls schaden, wenn Sie mit ihnen sprechen. Aber erwarten Sie nichls von ihnen! Keiner von denen ist ein Kämpfer. Alle sind ruhige Leide, die ihre Nase nicht gern in die Dinge hineinstecken. Pinie ff: Sie selber aber haben bereits Ihre Nase hineingesteckt, Sie sind zu mir gekommen. Lunin: Um ein wenig mit Ihnen zu reden. Nur mit Ihnen. Pinie ff (verächtlich): Reden! Nichts als reden! Lunin (steht auf): Das ist alles. Entschuldigen Sie! Ich habe Sie lange genug belästigt. P i ii i e f f (bitter): Sie haben mir — eine Freude bereitet! Ich meinte schon: endlieh habe ich sie, die ehrlichen Arbeiter, die begreifen, was die Organisation sein soll. Ich brauche sie so notwendig! Ich brauche sie! Lunin: Und Bergmann, Shaps, Silverstein? Pinie ff (überhört absichtlich die Frage)' Ich brauche Menschen, die nicht nur ehrlich reden können, sondern auch ehrlich handeln und kämpfen! Lunin: Das muß man können. Ich kann nicht handeln. Ich bin kein Mann der Tat. Vielleicht hatte ich auch nicht reden sollen — also noch einmal entschuldigen Sie! Guten Tag! (Zu Schifrc): Guten Tag! (Wieder sich zu Pinie ff wendend): Ich hatte wirklich große Freude. Guten Tag! (Bei der Tür bleibt er, die Hand an der Schnalle, mit gesenktem Kopf und niedergeschlagenen Augen stehen): Eigentlich wollte ich noch etwas über Bergmann, Shaps und. Silverstein fragen. Doch lieber nicht, lieber nicht! Es scheint, ich habe mich in ihnen nicht getäuscht. Aber nicht lästig fallen, Lunin! Guten Tag! (ab). Pinie ff (stöhnend): Ohl (Wirft den Kopf zurück, streckt die Beine vor sich und starrt wie geistesabwesend vor sich hin.) S e h i f r e (geht auf ihn zu, jährt leise mit der Hand über sein Haar, beugt sich langsam über ihn und legt zaghaft ihre Lippen an die seinen. Dann erhebt sie sich schnell. Pinie ff bleibt unbeweglich sitzen. Es klopft. Schifrc schrickt zusammen, blickt zur Tür, dann auf Pinicff, der noch immer keinen Muskel bewegt. Schifre beugt sich wieder über ihn und küßt seine Lippen. Es klopft abermals. Schifre geht zögernd zur Tür, öffnet. Drei D e t e k t i i> e treten ein. Schifre starrt sie erstaunt an.) Erster Detektiv (deutet auf Pinicff): Das ist er. Verhaftet ihn! Zweiter Detektiv (zieht Handschellen hervor und geht auf Pinicff zu, der noch immer wie geistesabwesend auf seinem Platz sitzt). Schifre (stürzt mit einem wilden Aufschrei den Detektiven drohend entgegen ). (Vorhang.)

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