Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1932)
- Article
- Isaak Pinieff
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 374 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2912821-2912916-2912922-2928624--11658-2928728- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
374 MENORAH Shaps: Ich würde mich nicht wundern, wenn ich auch ein solches Angebot bekäme. Pinief f: Ich dagegen hatte einen Besuch, der mit einer Drohung kam: „frame up". Silverstein ] Berg m a n n J Pinief f: Ja. Bergmann: Was für ein „frame up"? Pinief f: Weiß der Teufel! Die Bormbe, die neulich in der Fabrik explodierte —- — — Shaps (erschrocken): Die Bombe?! Bergmann: Wer hat Sie aufgesucht? P i n i e f f: Nelson. Berg m a n n: Nelson? Silver stein: Dann stammt die Sache vom „Herrn" selber... Shaps: Wenn Nelson auf die Szene tritt, ist es kein Scherz! Bergmann: Sie haben also unsere Tätigkeit zu spüren bekommen! P i n i e f f: Und wer gegen sie ist, der ist ein Arbeiterfeind und muß beseitigt werden. Silver st ein: Nun ja — vielleicht sind wir wirklich zu weit gegangen. Pinief f: Womit? Silverstei n: Mit unserer Rebellion. Ich will offen reden — ich habe nie damit gerechnel, daß es zu einer Spaltung zwischen uns und der Gesamforganisation der amerikanischen Arbeiter kommen könnte. Pinief f: Und wenn Sie damit gerechnet hätten? — — Silver stein: So hätte ich es vielleicht nicht soweit kommen lassen — oder ich hätte nicht mitgetan. Pinie ff: Sie haben noch immer Zeil zurückzutreten. Silver st ein: Das will ich nicht. Von einer gemeinsamen Sache zurücktreten ist unfair. Aber wenn wTir alle beschließen — — — Shaps (der bisher dem Gespräch sehr zerstreut gefolgt ist, erwacht aus seinem Nachdenken): Ich bin der Ansicht, wir sollten gegen den ,,frame up" Vorsichlsm aßr egeln treffen. Bergmann: Die Sache macht mir keine Sorge. Ich habe ein Alibi. Zur Zeit des Attentats war ich in Piltsburg. Shaps: Sie haben's leicht — Sie haben ein Alibi! B er gm an n: Was? Sie haben wirklich Angst? Shaps: Wenn ich ein Alibi hatte, dann hätte ich auch keine Angst. Bergmann: Sollen w.ir vielleicht davonlaufen oder uns mit den anderen versöhnen? Shaps: Ihr Sarkasmus ist durchaus nicht am Platz. Jetzt haben Sie gut reden, Sie haben Ihr Alibi! Damit könnte ich auch ein Held sein. Wie aber, wenn ich gerade zur Zeit der Explosion nicht weit vom Ort des Attentats war? Bergmann: Sie wußten doch nichts von der Sache? S h a p s: Bei einem „frame upu ist das nicht wesentlich. Bergmann: Was für Vorsichtsmaßregeln wollen Sie nun treffen? Shaps i