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Menorah · 1932-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1932) · p. Seite 341

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1932)
Article
Ein Judenstaatsprojekt eines mohammedanischen Herrschers aus dem Jahre 1873
Date
1932-07-01
Page
Seite 341 (sequence 6)
Language
German
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EIN JUDENSTAATSPROJEKT 341 Der Zweck dieser historischen Reminiszenz war klar. Es war der Appell an Nasr ed Din gleich seinem großen Vorgänger ein Befreier und Helfer seiner jüdischen Untertanen zu werden — am deutlichsten ausgedrückt in der Rede Cremieux und in der Petition der Wiener Juden mit den Worten: „Majestät, seien Sie der Cyrus unserer Tage!" Es kann mit Recht vermutet werden, daß diese Art der Einflußnahme auf den Schmeicheleien und Verherrlichungen so zugänglichen orientalischen Herrscher keine geringe Wirkung ausgeübt hat. Und in dieser durch die jüdische Aktion geschalTenen Atmosphäre, in der so viel von Cyrus, Messias. Palästina, Zerstreuung und Befreiung gesprochen wurde, muß sich jenes Judenstaatsprojekt gebildet haben, das er Rothschild vorschlug. Vielleicht dachte Nasr ed Din daran, auf diese Weise die Rolle eines Cyrus spielen zu können, vielleicht wollte er sich wirklich als der Cyrus seiner Tage erweisen, indem er im Ver\virklichungsfalle seine jüdischen Untertanen freigegeben und sie in den unter Rothschilds Führung stehenden jüdischen Staat (an Palästina dachte der Schah wTohl nicht) geschickt hätte, ,,damit die Juden nicht länger so zerstreut und umhergetrieben werden". Jedenfalls, selbst wenn dieses Projekt für den Schah nichts weiter bedeutet haben mag, als eine der vielen, in seinem Tagebuch sich bildenden geistreichen Bemerkungen, und Einfälle — für uns ist es gewiß nicht uninteressant zu sehen, wie sich im Kopfe eines mohammedanischen Herrschers das Kennenlernen des jüdischen Schicksals zu einem Gedanken verdichtet hatte, der als ein Kuriosum in der Geschichte der Judenstaatsidee betrachtet werden muß. (Assyrisch )

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