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Menorah · 1932-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1932) · p. 317

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1932)
Article
Begegnung mit jüdischen Zeitgenossen
Date
1932-07-01
Page
317 (sequence 1)
Language
German
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Begegnung mit jüdischen Zeitgenossen Bergson, Husserh Scheies Buher, Gundolf* Montiert, Wassermann Von Heinrich Berl Aus einer autobiographischen Schrift: „Oberrheinische Schicksals-Landsctiaft" mit dem Untertitel „Cell begegne berühmten Zeitgenossen.1' ^Wie ich den Philosophen Henri Bergson heinahe kennen gelernt hätte Der Philosoph Heinrich R i c k e r t in Heidelberg erzählte mir einmal, wie er beinahe Nietzsche begegnet wäre. Er studierte in Zürich und las dort zufällig die ersten Drucke des Zarathustra. iDie Sprache zog ihn machtvoll an. Er erkundigte sich nach dem Verfasser und erfuhr, daß er ein Einsiedler sei, der in Sils Maria wohnte. Allerdings erfuhr er zugleich, daß Nietzsche ein ehemaliger Wagnerianer war und das betrübte diesen jungen Wagnerianer wohl. So hat er seine Absicht, Nietzsche aufzusuchen, nicht durchgeführt, was ihm heute natürlich leid tut, wenngleich er Nietzsche zu den Lebensphilosophen zählt, die er bekämpfte. An diese Anekdote muß ich jetzt denken, da ich von Henri Bergson spreche. Es ist doch fatal, wenn man davor steht und die Gelegenheit nicht ergreift. Bei Bergson war es allerdings nicht meine Schuld. Da ich seine Werke schon im Krieg gelesen hatte, interessierte er mich natürlich außerordentlich, wiewohl mir der reine Biologism u s als Weltanschauung nie sonderlich gelegen hatte und ich Nietzsche, im Gegensatz zu Rickert, im gewissen Sinne als Überwinder des Biologismus ansehe. Bergson interessierte mich vor allen Dingen vom Standpunkt des Judentums. Das spezifisch Unfranzösische, das Thibeaudet mit Recht betont, ist für mich das spezifisch Jüdische an ihm. Ich hatte Parallelen gezogen zwischen Einstein in der Physik, Bergson in der Philosophie, Buber in der Religion, Mombert in der Dichtung, Schönberg in der Musik, Freud in der Psychologie — und hatte bei allen eine charakteristische Komponente gefunden: die Hervorkehrung der Zeit gegenüber dem Raum.

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