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Menorah · 1932-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1932) · p. Seite 312

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-07-01
Page
Seite 312 (sequence 16)
Language
German
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312 MENORA Ii der Brüstung dienen sowohl die ausgeschnittenen Bretter wie auch gedrehte Bailuster, wie sie in der Holzarchitektur Polens üblich waren. Die Säulen der Laubengange, aber auch jene der Galerien der Synagogen werden reich profiliert und erhalten vier- oder achteckigen Ausschnitt. Die Plattchen sind gewöhnlich durch Auskehlungen mit dem Ilohlbohrer geziert55). Die konstruktive54) und dekorative Ausbildung des Tores in der Synagoge in Chodorow bildet wieder einen Beweis für die Abhängigkeit von der polnischen Architektur, da ähnliche Portale an Prolan- und Kirchenbauten aufzufinden sind5"')- In den Landstrichen östlich der Weichsel wurden, wie schon erwähnt, die aus Holz gezimmerten Herrensitze mit zwei oder vier pavillonartigen Eckbauten ausgestattet, die wohl aus der mittelalterlichen Anlage übernommen sein dürften. In Anlehnung an diese Bauten verwendet nun auch der Synagogenbau in jenem Teile Polens auch die Eckpaviilons; wodurch wieder die Abhängigkeit des Synagogenbaues von der polnischen llolzarchitektur erwiesen wird. Die innere Ausgestaltung der Männersynagoge zeigt wieder nur die Verwandtschaft mit der Kirchenbaukunst Polens. Der Fiachdecke, Tonne und Kuppel, die bei den Kirchen als Decke des Schilfes anzutreffen sind, begegnet man auch im Synagogenbau. Auch in der Malerei, für deren Ausführung durch Juden die Inschriften sprechen, haben sie sich von der polnischen Kunst nicht frei zu machen versucht. Die Bemalung der Holzdecke der Kirche in Kozy ist ein Beweis dafür, daß die bei den Synagogenmalereien verwendete Technik im Lande gebräuchlich war. Ranken, mit Blättern und Blüten geschmückt, bilden das Grundmotiv des Ornamentes. Eine Gegenüberstellung des figuralen Schmuckes ist wegen der Verschiedenheit der Religionen nicht möglich. Berühren sich aber Konstruktion und Ausgestaltung so innig, dann unterliegt es wohl keinem Zweifel, daß eine Wechselbeziehung zwischen Synagogenbau und polnischer Holzarchitcktur vorhanden wTai\ Aber alle diese weitgehenden Berührungen in den Einzelheiten dienen doch nur dem Zustandekommen einer Sakralkunst von so großem und eigenartigem Charakter, wie sie in der jüdischen Vorgeschichte der Architektur nicht ihresgleichen hat. ßa) PptHwozdania Band VII, S. 372. Bailuster aus JarosJau und Geländebrett, Moklovrski, S. 487, Säule aus Jasinow bei den Huzulen, Säule der Synagoge in Peczenysin. 5l) Vgl. uns ein Abfidmitt „Konstruktiver Aufbau". 66> Portal aus J aroslau: Rynek und Snrawozdania, Band VII, ö. 377.

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