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Menorah · 1932-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1932) · p. Seite 263

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1932)
Article
Zwischen den Fronten
Date
1932-05-01
Page
Seite 263 (sequence 12)
Language
German
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ZWISCHEN DEN FRONTEN 263 In Haifa angekommen, ging ich sogleich an die Arbeit. Da ereignete sich folgende, in einem gewissen Sinne typische Sache: Am Abend wurde ich von meiner Wohnung abgeholt, mit der Bitte, mich zum Militärkommandanten zu begeben. Als ich zu ihm kam. teilte er mir mit, daß ich von nun ab sein ..Gast" sei. Er habe mir bereits, wie er sagte, ein separiertes Zimmer vorbereitet, und ein bewaffneter Soldat werde mich behüten, damit ich ruhig schliefe . . . Was mich dieser Ehre wert gemacht hat. sagte mir niemand. Andern Tags wurde ich in Begleitung eines Soldaten, nach einem von dort ergangenen Befehl, nach Damaskus überführt. Mein Freund Dr. Schermann, bei dem ich wohnte, eilte sogleich zum deutschen Konsul — ich wurde aber trotzdem abgeführt. Aber der deutsche Konsul aus Ilaita nahm sich der Sache an und von ihm erfuhr ich dann die Ursache meiner Verhaftung: Als ich in Konstantinopel weilte, begegnete mir ein E(feudi, einer meiner arabischen Bekannten, der in der Umgebung von Jaffa wohnte, und ging mich an, ihm zu hellen und ihm hundert türkische Pfund zu borgen. Ich entsprach seiner Bitte. Spider trafen wir uns in Damaskus, und aus Dankbarkeit schlug mir der Elfendi vor. mich nach TeU Aviv zu bringen. Er wollte mich durch die Wüste nach Transjordanien führen, unter der Bedingung, daß wir beide, als Beduinen verkleidet. Kamele reiten sollten. Meine Antwort auf diesen Vorschlag ist klar. Es blieb also diesem meinem Wohltäler nichts anderes übrig, als sieh über meine Ablehnung zu ärgern. — Und nun, da ich nach Haifa Übersiedelle, war mein ..f reund" so nett, dem Militärkommandanten zuzutragen, dal.) ich nach dem Süden mit der Absicht gegangen wäre, in der Nacht die Eronllinäe von Kfar-Sabiih zu überschreiten, um nach Tcl-Aviv zu ilüchten. Aus diesem (irunde wurde ich verhaftet. Schließlich kam das ersehnte Ende! Zu Beginn des Sukkolbfesles des Jahres 1918 wurde Haifa von den britischen Truppen eingenommen. Indische Patrouillen durchstreiften die Stadl. Sie hallen die Aufgabe, die Stadl von den Türken zu säubern und die jüdischen und arabischen Einwohner zu beschützen. Und die Wache hielt jeden Mann, der ein Eez trug. an. in der Meinimg. er wäre ein Türke. Und wie sollten sie das unterscheiden können? Die Juden, die ihre europäische Kopfbedeckung wieder aufgesetzt hallen, waren ihre beglaubigten Begutachter. Und wie viele Araber wurden damals von den Juden vor dem Gefängnis gereite(. ..Und wir waren wie die Träumenden!"... Unser Traum war er Iii 11t: wir waren wieder in unserer Heimat.

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