Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1932)
- Article
- Zwischen den Fronten
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 261 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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ZWISCHEN DEN FRONTEN erhaltenen Geldes gelang es mir, uns von dem Verdachte reinzuwaschen. Nach Beendigung der Untersuchung wurde das Urteil gelallt: Zwei Leute. Lischansky und sein Freund B., die nach grausamen Marterungen gestanden hatten, wurden in den Straßen von Damaskus gehängt; und die anderen Häftlinge wurden teils gänzlich freigesprochen, teils strafweise zum Militärdienst eingezogen. Eroberung Jerusalems — Letzte Anstrengungen der Türken — In Konstantino fiel — In Haft ~ Das Ende Indessen spielten sich an der Front entscheidende Dinge ah. Am Vorabend des Chanukkah-Festes des Jahres 1917 wurde Jerusalem von der. Truppen Allenby's erobert. Und wir in Damaskus wußten fast nichts, nur unkontrollierbare Gerüchte drangen zu uns. Die Front wurde in das Innere des Landes verlegt. Flieger kreuzten auf ihren Erkundungstlügen die Lüfte und warfen Bomben ab. und das ganze Land erbebte Tag und Nacht. Und während ich in Damaskus damit beschäftigt war. die verschiedenen Verdächtigungen abzuwehren, mußte ich die Lagerplätze der Truppen passieren, um unseren Leuten Lebensmittel und Arzneien zu überbringen. Zur Zeit, als die Türken aus der Umgebung Jerusalems vertrieben wurden, wuchs auch der Verdacht gegen jene, die die Erlaubnis besaßen, das Etappenbild zu passieren. Auch mir, dem von Djemal Pascha die Erlaubnis erteilt wurde, durch das Etappengebiel zu den Evakuierten zu kommen, gelang es nur mit Mühe, mich frei zu bewegen. Die Verbindung mit den Evakuierten wurde immer schwerer, und von allen Lagern drang zu mir der Ruf um Hilfe. Und wie konnte ich ihnen helfen? Mit der Einnahme Jerusalems wurde selbstverständlich auch jede Verbindung /wischen Dr. Hlippin und den in Jerusalem verbliebenen Bevollmächtigten des Palästinensischen Büros unterbrochen. Und noch war das Ende weit! Das Schicksal des Krieges war bereits entschieden, sowohl die Deutschen als auch die Türken erwarteten das erhollte Ende, nämlich die Front räumen zu dürfen. Aber ans Berlin und Konslantinopel kam der Befehl, das Vorrücken des Feindes aufzuhalten. Djemal Pascha verließ Damaskus und an seine Stelle trat der deutsche General von Sanders. Ich bat ihn in einer Audienz um Anweisungen, was bei Herannahen des Feindes mit meinen Schutzbefohlenen geschehen sollte. ..Dummheiten!" erwiderte der General. ..In zwei Wochen werde ich die Englander in die Wüste zurückdrängen, weit hinaus über Gaza