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Menorah · 1932-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1932) · p. Seite 256

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1932)
Article
Zwischen den Fronten
Date
1932-05-01
Page
Seite 256 (sequence 5)
Language
German
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256 MENORAH die mich begleitet und im Vorzimmer gewartet hatten — zu empfangen. Als sie eintraten, erwachte neuerlich sein Zorn. Kalvarisky schrie er mit folgenden Worten an: „Ich weiß, daß Sie derjenige sind, der die Ica in Paris über alles, was hier vorfällt, informiert! Merken Sie sich also, wenn etwas in der europäischen Presse über die Maßnahmen gegen die Spionage und über die Verfolguni? der Juden erscheinen sollte, so werde ich Sie in Euerem Rosch-Pina aufknüpfen lassen!** So sprach der Tyrann und spie Gift und Galle gegen die Juden. Ich aber sah, daß er uns bloß abschrecken wollte, denn aus irgend einem Grunde konnten die Türken mil uns nicht so verfahren, wie mit den Armeniern. Nun empfahlen wir uns, wenn auch ohne Händedruck, und am nächsten Tag erhielt ich von der Heeresverwaltung Geld und Lebensmittel für die Evakuierten, wie ich es verlangt hatte. „Sieg!" jubelten meine Freunde Brüll und Kalvarisky. Aber die Untersuchung im Militärgericht nahm ihren Lauf auch nach diesem „Siege". Auch wurde mir bekannt, daß alle Häftlinge besonders über mich ausgeforscht wurden und daß den Leuten, auf denen schwerer Verdacht lastete, von Djemal Pascha Gnade zugesichert wurde, wenn sie aussagen sollten, woher Dizengoil die Mittel bekäme. Tatsächlich halte ich damals Butter am Kopfe . . . Ich bekam im Geheimen Geld, und zwar durch den deutschen Konsul in Haifa. Wie das möglich war, will ich kurz berichten. Noch zu Beginn des Krieges hatte die Regierung das zionistische Büro im Lande, das unter der Leitung Dr. Ruppins stand, gesperrt, und sein Leiter wurde von Djemal Pascha des Landes verwiesen. Dr. Ruppin verlegte seinen Wohnsitz nach Konstantinopel und begann als deutscher Untertan, unter dem Schutze des deutschen Botschafters, für die Sicherung des .lischuw in Palästina zu arbeiten. Er bekam aus verschiedenen Quellen Gelder aus dem Auslände und schickte mittels des deutschen Konsulats bestimmte Beträge für den Jischuw und die Evakuierten. Und von diesem Dienste, den uns die Deutschen erwiesen hatten, wußte Djemal Pascha nichts. Und als er sah, daß ich für die Evakuierten größere Beträge aufwandte, als ich sie von ihm erhielt, begann er Verdacht zu schöpfen, daß ich sie aus Ägypten durch die Spione erhalte. Ich wurde daher ,.beobachtungsbedürftig . . Indessen wurden die Untersuchungen fortgesetzt, in der Richtung, um Beweise zu ermitteln, daß die gesamte jüdische Gemeinschaft sich organisiert hätte, um gegen die Türkei Spionage zu betreiben und einen Aufstand vorzubereiten. Schließlich wagte ich es — und mit Hilfe des

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