Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1932)
- Article
- Der Geist im Wort und der Geist in der Tat
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 189 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2912821-2912916-2912920-2928168--11303-2928284- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
DER GEIST IM WORT 189 Ebensowenig wie durch den auf- und absteigenden Charakter der Dreieckseiten eine geistige Rangordnung der Urlypen angedeutet sein soll, ebensowenig wird durch die Anordnung rechts und links eine Gesinnung irgendwelcher Art ausgedrückt. Oben und unten, rechts und links, hinauf und hinab, haben hier nur graphische Bedeutung, und durch die Anordnung der Typen innerhalb des Diagramms soll im wesentlichen nur das V e r h ä 1 t n i s d e r T ypen zueinander festgestellt werden. An den einander entsprechenden Punkten des oberen und des unteren Dreiecks sind immer diejenigen Geistestypen gegenübergestellt, zwischen denen gewisse Analogien äußerer und innerer Art bestehen, Analogien von so zwingender Art, daß die Repräsentanten der betreflenden Typen sich oft durch nichts anderes als durch ihre V o rzeichen plus und minus voneinander zu unterscheiden scheinen, was freilich genügt, um sie zu den vollkommensten Gegens ä tzcn zu machen. JL/iie Grenzlinie, die das obere von dem unteren Dreieck scheidet, ist ideell u n ü berschreitbar, und jede G e i s t e s- Verfassung als solche ist angeboren, einheitlich und unveränderlich. Es gibt keine ü b ergänge von den positiven Typen zu den negativen Typen, vom M e n s c h c n, wie wir die Repräsentanten im obern, zum Uu- Menschen, wie wir die Repräsentanten im untern Dreieck nennen dürfen. Es gibt auch keine Übergänge von einem Typ zum andern im gleichen Dreieck. Wir begegnen natürlich gelegentlich einem philosophisch angelegten Staatsmann, einem priesterlichen Dichter, einem historisch gerichteten Philosophen, einem journalistisch eingestellten Politiker, einem literatenhaften Sophisten usw.; aber eine eingehende Betrachtung und mehr noch der Blick des Menschenkenners wird den eigentlichen Kern, wird die ursprüngliche und e i nheitliche Geistesverfassung, wird den U r t y p u s mit Sicherheit zu diagnostizieren vermögen. Wer als Repräsentant des Typus Pfaffe geboren ist, kann niemals zum Priester werden, auch wenn er den Beruf des Priesters erwählt. Kein Politiker, auch auf dem Gipfel äußerer Macht, vermag sich jemals zum Staatsmann zu entwickeln. Kein Literat, auch von den glänzendsten Gaben, ist jemals zum Dichter geworden. Daß auch der Sophist vom Philosophen, der Journalist (Aktualist) vom Historiker (Kontinualistl „durch Welten",