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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 164

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Lombroso
Date
1932-03-01
Page
Seite 164 (sequence 2)
Language
German
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1G4 MENORAH brosos wäre fast der Wunsch der Mutier, den Kinderp. eine gute Schulbildung zu geben, gescheitert. Cesare Lombroso war das zweite Kind in der Ehe. Er kam am 18. November 1836 in Verona zur Welt. Cesare war ein Wunderkind. Bereits mi( vier Jahren verschlang er die Kinderbücher, die sonst mühsam Achtjährige buchstabierten. Mit acht .Jahren hielt er bereits bei Plutarch und nahm die Geschichten des großen Caesar, von Tacilus, Sueton in sich auf. Bald kannte er die römische Literatur, Plautus. Terenz. Catull. Horaz. Mühelos llog ihm die Kenntnis der Sprachen zu. Die klassischen Idiome Latein und Griechisch, die Sprache der Österreicher, die in Norditalien herrschten, das Deutsche lernte er in der Schule, liebraeisch zu Mause, in eisernem Fleiße bewältigte er dazu das Chaldaeische, Koptische, Chinesische. In freien Stunden verfaßte dazu der Dreizehnjährige eingehende geschichtliche Abhandlungen u. a. eine über die Größe und den Verlall Korns. In dieser Zeit war ein Werk eines Arztes Marzolo erschienen, das die Ursprünge der Religion und der Kultiisinstitulioneii behandelte. Mar zolo. der als Arzt außerhalb des offiziellen Heiriehes stand, wurde wenig beachtet. Die Presse zeigte das Erscheinen des Werkes kaum an und wo Kritiken erschienen, gingen sie nicht auf die großzügigen Probleme dieses Buches ein. Um so freudiger war Marzolo erregt, als in einem Veronaer Journal eine Abhandlung erschien, die sich von den eonvenlionellen Besprechungen merkwürdig abhob. Sie war zwar stark kritisch, fußte aul* ungemeinen, sprachlichen Kenntnissen, erfühlte und unterstrich die neuartige Auffassung der Entstehung des Rechts und stellte so eine* adaeejuale A11 s e i n a n d e r s e l z i mg dar. Marzolo schrieb an die Redaktion und bat den ihm unbekannten Kritiker, Herrn Cesare Lombroso um weitere Nachricht. Es dauerte nicht allzu lange und im Hause Marzolos erschien ein junger Mensch von 11 Jahren, der sich allerdings für 16 ausgab, und den Arzt Marzolo in einer literarischen Angelegenheit zu sprechen verlangte. Marzolo. der aus tiefster Verzweiflung auf eine anerkennende und verständnisvolle Kritik Jahre gelauert halte, war überglücklich gewesen, den verständnisvollen Kritiker Lombroso zu sehen. Da dieser Knabe sieh als der Rezensent vorstellte, war Marzolo einer großen Enttäuschung nahe. Nur auf einen unreifen Jungen hatte sein Werk Eindruck, gemacht. Trotzdem überwand er rasch die innerliche Bewegung, nahm Lombroso mit otfenen Armen auf und überschüttete ihn mit Zeichen der Freundschaft. Der Resuch in Treviso bildete den schönsten Tag in der Jugend Cesare Lombrosos.

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