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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 161

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Ein illustriertes Gebetbuch für Frauen
Date
1932-03-01
Page
Seite 161 (sequence 4)
Language
German
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VAS ILLl STIUEKTES (H:Bi:TBl"(.11 l'C'H l-'HAL'EN 1G1 Braut oder Lhegatlin anfertigen, der er als Zeichen seiner JIinneigung und Fhrerbietung das Schönsie. Wertvollsie anbot, was sein jüdisches Herz und Gemüt erdenken konnle. Möge sie sich erbauen au dein Buche und zugleich ergötzen! Das Geschenk, das die Dame erhielt. mul.Ke ihr desto (eurer sein, da es ja keine Fabriks- und Dutzendware war. wie die1 heutigen Gebetbücher, auch kein Prunk- und Paradewerk, mit dem man siel) einmal im Jahre im Golleshause zeigt. Ihr war das Finzelkunslwerk sozusagen auf den Leib gesell riehen; das Leben der /nebligen Hausfrau spiegelle sich auf dessen Blällcrn. d'ie sie denn mich in den Stunden innerer, häuslicher Andacht recht fromm und lleil.b'g benutzte. Deshalb sind sie so abgegrill'en. abgenützt; die schönste Palina eines allen Buches . . . Sowohl Geber und Nelmier des Büchleins müssen aber auch besseren Standes gewesen sein, Träger einer vornehmeren Kultur und vcrl'einerlen Geschmackes — lloljmien sozusagen. Kennen wir nun solch gebildete jüdische Pat rizierhüuser am Anfang des GS. -Jahrhunderts, in denen Vermögen mit Kunstsinn. Slam! mit Religiosität sich paarte? Meiner Ansieht nach mag es in jener Zeil in der Umgebung des Wiener Hofes mehrere, derartige Familien gegeben haben und ineine Kombination ist. vielleicht nicht grundlos, wenn ich in Mendel Oppenheim, (hau nahen Verwandten des bekannten Hoffuklors 11. Samson Welheimers, dessen Unterschrift auf dem Titelbhille noch ganz deutlieh zu U'sen. ist, den Besteller oder ersten Besitzer dieses Kleinodiums vermute. A. Fürst. DLR BILDHAUER PAUL KÖNIGSBERG ER Malerei und Plastik haben in der A rt, wie man sie zur Kenntnis nehmen kann, zwei grundlegende Unterschiede. Kino Malerei kann zumeist simultan erfal,»l werden, das hei I.W ein Blick gibt uns jenen gesamten Lindruck, den gröüere Buhe der Betrachtung zwar verstärkt und detailliert, aber nicht wesentlich verändert. Wie anders aber bei der Plastik, wo erst eine Fülle von Betrachtungen von verschiedenen Standpunkten aus. halbwegs einen runden, einen objektiven Stand der Beobachtung ermöglich!. Welche Überraschung, wenn wir eine altbekannte, ja abgedroschene Vorstellung einer Figur, wie sie sich durch öfteres Betrachten von Photos «dwa einprägt, durch eine Beleuchtung mit ..Unferlichl" plötzlich verändert linden. Fremdartig, geheimnisvoll hal sich nun das Alltägliche veränderl. Wer selbst modellier!, wird plötzlich durch eine Drehung des Modells im Streiflicht Unebenheiten linden, die mau bei einseitiger Beleuchtung gar nicht wahrnehmen konnle. Unter den. heule schon aus geraumer Dislanz belrachlbareu Prinzipien des Impressionismus, hat sich manches von der strengen Lind spröden Fagengesetzlichkeil der Plastik vertlüchtigl. ein Mangel, dessen Größe sich crsl erblicken läl.W. wenn wir am bewußten Streben zur e i g e n l 1 i c h e n Plaslik seine Fehlergrenze ersehen können. Solcher Art nun sind die Wege unseres Hildhauers, aus dessen Werken wir eine zufällige Auslese bringen, die Arl der eigentlichen Phislik zu suchen und zu linden. Jenes Leben und Schweben der Oberfläche, dessen Feinheit erst eindringende und vieltällige Betrachtung offenbaren kann. Jene Abstraktion, die aus (hau Chaos der Sinnesrindrücke einen Kosmos der räuinlieli geordneten l-'orni schalD. Wir fühlen uns ein und verstehen plötzlich Gcfühlsbereiehe der Plastik, wie sie die Kunst schon des öfteren in den abgelaufenen Jahrhunderten und Jahrtausenden gesucht und auch gefunden hat. Über Zeit, Ort und Basse hinweg spüren wir Parallelen und Verwandtschaften, die dem schallenden. Künstler ja gewil.i unbewußt.

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