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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 152

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Zwischen den Fronten
Date
1932-03-01
Page
Seite 152 (sequence 10)
Language
German
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MENORAH küchen wurden an geeigneten Plätzen errichtet, die Brot, gekochte Spei sen und Tee unentgeltlich an die Armen verabreichten, wodurch viele vor dem Hungerlode gerettet wurden. Mit Hilfe der Kesten unter uns gelang es uns. den Bedürfnissen des Augenblicks -Rechnung zu tragen, und trotz der Heuschreckenplage, der Kriegsanleihe und der Requisitionen des Heeres landen wir uns zu selbständiger Tätigkeit, die in diesen schweren Tagen unsere Positionen sicherte. Aber da kam die Zeit der Evakuierung der Städte Tel-Aviv und Jaffa und damit begann eine Kette von Leiden, die wir nie geahnt hallen. Zwar hatten wir seit jeher eine Evakuierung befürchtet, wir hofften jedoch, daß sie niemals stattlinden würde. Ein Flugzeug kreuzte hoch in den Lüften und warf Proklamationen ab, ein Schilf näherte sich dem Hafen, schoß einige Granaten ab und verschwand wieder — solche Nachrichten erreichten uns zeitweise, um uns in Todesangst zu versetzen. Das aber weckte in uns auch die llolfnung auf ein nahes Ende . . . End die türkischen Behörden, sagten wir uns, hätten kein Interesse daran, uns aus unseren Wohnstätlen zu verjagen; wer wird denn eine Milchkuh schlachten. Hier eine kleine Episode aus jenen Tagen, sie spielte sich Mitte des Jahres 1917 ab. An einem Sabbathnachmittag traf in .latfa der Statthalter von Jerusalem mit einem hohen Beamten ein, und die Vertreter der Judenschaf 1 wurden von ihnen sofort ins Hotel Hardegg berufen. Was war los? Die Regierung war daran, eine '15Link für die notleidenden Fellachen zu gründen und die Juden wurden ..eingeladen", Aktien dieser landwirtschaftlichen Bank zu zeichnen und eine nennenswerte, ihren geordneten (?) Veriiiögensverhällnissen angepaßte Summe, sofort zu erlegen. Selbstredend erlaubte es uns unsere momentane materielle Lage nicht, uns mit dieser ,.Ehre" zu belasten, aber sich mit den Behörden im damaligen Augenblick zu verzanken, war ebenfalls nicht gut möglich. Ich erbat daher Bedenkzeit und verpflichtete mich, am nächsten Tag dem Statthalter genauen Bescheid zu bringen. Ich kehrte zurück, wir berieten während der Nacht und suchten nach Mitteln, den Wünschen des Statthalters zu genügen. Am Sonntag Vormittag begab ich mich ins Hotel Hardegg. um dem Stalthalter eine Antwort zu bringen, die ihn nicht befriedigt hätte. Was wird's da geben? . , . Da ereignete sich etwas, was ich nicht erholft hatte! Kaum halte ich den Fuß auf die Schwelle des Hotels gesetzt, da erbebte die Erde mit furchtbarem Getöse. Ein französisches Kriegsschilf hatte die Fabrik Wagner, die für die Kriegsindustrie arbeitete, beschossen. Der Statthalter und seine Eingebung erschraken und

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