Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Zwischen den Fronten
- Date
- 1932-03-01
- Page
- 143 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ZWISCHEN DEN FRONTEN er Name Djemal Pascha war wegen des Schreckensregiments, das er im Lande führte, bereits berüchtigt. Von seiner Tyrannei wußte man Grauenhaftes zu erzählen. Und es stimmte aufs Haar. Weder Flehen noch Bitten halfen vor ihm. Er selbst pflegte von sich zu sagen: „Ein Befehlshaber hat kein Herz!" Es war ihm ein Leichtes, jeden politischen Verdacht mit der Todesstrafe zu sühnen. Und was den Zionismus betraf, so konnten wir doch sein Verhältnis zu ihm erkennen aus den Behörden, die er uns an den Nacken gesetzt, und aus ihren an uns erlassenen Befehlen . .. Nun, da die Vertreter der jüdischen Siedlung zu ihm befohlen wurden, wird man die Angst begreifen können, mit welcher der ersten Begegnung zwischen den Juden und diesem türkischen Tyrannen entgegengesehen wurde. Hatte er doch bereits zahlreiche christliche Notabein Syriens verschickt und aufgeknüpft. Unser Leben stand auf dem Spiel. Aber einer Vorladung muß man Folge leisten. Im Bahnhof von Jaffa (Tel-Aviv hatte damals noch keine Bahnstation) trafen wir uns, die damaligen Führer der jüdischen Siedlung, und bestiegen einen für uns bereitgestellten Waggon, der von bewaffneten Polizisten bewacht wurde. Der Zug setzte sich in Bewegung und fuhr pfeifend an Tel-Aviv vorbei. Werden wir Dich noch einmal wiedersehen, geliebte Stadt? Als wir in Ramien hielten, stiegen noch die Vertreter der nahen Kolonien ein, die gleichfalls zu Djemal Pascha befohlen worden waren. Zu welchem Zweck? Das hatten die Behörden uns nicht wissen lassen. Unermeßlich waren die Gedanken Djemal Paschas, und wer konnte sie ergründen? Wir dachten es uns aber selbst, daß wir uns unserer zionistischen Gesinnung wegen zu verantworten haben werden. Und Zionismus war damals, wie gesagt, kein geringes Verbrechen. Denn schon war im Lande der Befehl kundgemacht: ,,Leute, bei denen Nationalfondsmarken vorgefunden werden, sind mit dem Tode zu bestrafen." Und wir hatten uns doch viel Schlimmeres zuschulden kommen lassen, als den Ankauf von Nationalfondsmarken. Was sollten wir also bei der Einvernahme antworten? Eine genaue Beratung war vonnöten. Und im Waggon, in Gegenwart der Polizisten, hielten wir eine „Versammlung** ab. Ohne über-