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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 142

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Quer durch Amerika
Date
1932-03-01
Page
Seite 142 (sequence 10)
Language
German
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142 MENORAH liehen Hauch — es sieht aus, als säßen winzige Flämmchen auf den Zweigen. Die Landschaft ähnelt der auf chinesischen Bildern. Die blühenden Bäumchen verleihen dem grünen Feld etwas Feierlich-stilisiertes. Man hat den Eindruck, in eine fremde Welt geraten zu sein, in ein Phantasieland, das es in der Wirklichkeit nicht gibt, sondern nur irn Traum, in der Dichtung oder auf den Zeichnungen in Kinderbüchern. . . Die grüne Flur mit ihrer Märchenlandschaft huscht wie eine Erscheinung vorüber. Wieder versinkt die Welt im Wüstensand. Aber bald taucht von neuem eine grüne Flur mit Baumblüte und grasendem Vieh auf. Und nun setzt ein Kampf zwischen Wüste und Kultur ein. Wo der Boden die ihm gehörige Wassernahrung erhält, verwandelt er sich in ein Paradies. Wo er dürsten muß, wird er zur Wüste. Schließlich verschwindet der Sand völlig und es gibt unabsehbare Flächen, die mit blühenden Bäumen bestanden sind. Ihre weißen und rosa Blüten, die auf den blätterlosen Zweigen balancieren, werfen in der Luft einen blaßlila Widerschein. Da und dort leuchtet das satte Gelb einer blühenden Mimose. Dann tauchen riesige Beete mit blauen Schwertlilien auf. Zu beiden Seiten der Strecke begleiten uns zwei unendliche Palmenalleen. Ihre langen niederhängenden Blattfächer bewegen sich, als wollten sie uns ein Willkommen zuwinken. Bei unserem Eintritt in das Goldland begrüßen uns ihre langen Zweige mit linder Kühlung. Plötzlich wehte mir durch das Fenster ein starker Dufthauch entgegen, der mir merkwürdig bekannt schien. Er hatte etwas heimatlich Vertrautes. Erst konnte ich es nicht deuten, dann aber wußte ich, woher ich diesen herrlichen Duft kannte: Es war der Duft von Orangenblüten. Ich meinte, in eine jüdische Kolonie im Südpalästina einzufahren. Wir waren im Goldland Kalifornien.

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