Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Demütigung und Erhebung
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 105 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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DEMÜTIGUNG UND ERHEBUNG 105 den Boden, wo du schläfst, und dich niemals verlassen!"' So verdröhnte des Königs Stimme in Harmonie, und Jaakoh erwachte. War das ein Traumgesieht gewesen und eine llnuplerhebung! Jaakoh weinte vor Freude und lachte zwischenein über Eliphas. während er unter den Sternen umherging in dem Kreise von Steinen und den jenigen betrachtete, der ihm zu solchem Schauen den Kopf gestützt. Was ist das für eine Stätte, dachte er. auf die icli zufällig gestoben bin! Ihn fror von der Frische der Nacht und von tiefster Erregung, er schauderte und sprach: .Mit Recht schaudert mich so, mi1 Recht! Die Leute von Luz haben nur eine schwache Ahnung davon, was es auf sich hat mit dieser Stätte, denn sie haben zwar ein Asyl daraus gemacht und einen Gilgal geordnet, aber sie wissen so wenig, wie ich es wußte, daß das ja ganz einfach eine Stätte der Gegenwart ist, die Pforte zur Herrlichkeit und das Rand Himmels und der Erden!" Er schlief danach noch ein paar Stunden einen starken und stolzen Schlaf, voll heimlichen Lachens, aber bei Tagesgraueii stand er auf und stieg hinab gen Luz und trat vor die Gewölbe. Denn er verwahrte in seiner Gürtelfalte einen Ring mit tiefblauer Lasurstein-Siegelplatte, den Eliphas' Knechte nicht gefunden hatten. Den verkaufte er nun unter Preis, gegen etwas Trockenkost und ein paar Krüge Öl, denn namentlich des Öles bedurfte er für das, was er vorhatte und als seine Pflicht erachtete. Bevor er weiter zog nach Osten und gegen das Wasser Xaliarina, stieg er noch einmal zur Traumslälte empor, richtete den Stein, auf dem er geschlafen, gerade auf. als ein Denkmal, goß reichlich Öl darüber und sprach: ,,Bet-El. Bet-El soll diese Stätte heißen und nicht Luz, denn sie ist ein Haus der Gegenwart, und Gott, der König, hat sich enthüllt hier dem Erniedrigten und ihm das Herz gestärkt über alles Maß. Denn es war sicherlich übertrieben und malilos. was Er in die Harfen rief, daß mein Same zahlreich sein solle, wie der Staub, und mein Name hoehher triumphieren in Ehren. Wird Er aber mit mir sein, wie Er verhießen und meine Füße bewachen in der Fremde; wird Er mir Brot geben und ein Kleid für meinen Lei!) und mich heil heimkehren lassen in Jizchaks Haus, dann soll Er mein Gott sein und kein anderer, und ich will Ihm den Zehnten geben von allem, was Er mir gibt. Und bewahrheitet sich überdies, womit Er mir maßloserweise das Herz gestärkt, dann soll Ihm ans diesem Steine ein Heiligtum werden, darin Ihm Nahrung herangebracht werden soll unausgesetzt und außerdem immerfort gesalzen Räucherwerk verbrannt werden für seine Nase. Dies ist ein Gelöbnis und eine Verheißung gegen die andere, und Gott, der König, möge nun tun. was Ihn in seinem Interesse gelegen dünkte."