Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Demütigung und Erhebung
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 98 (sequence 4)
- Language
- German
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98 M E N O R A II um. der rote, haarige Esau weinte und zeigte sich dem Yerfolgungs- und Rache-Unlernehmen entschieden abgeneigt. Kr halte gar keine Lust, den Habel-Bruder auch noch zu erschlagen und so ein (ileichnis auf die Spilze zu Ireihen. auf das die Kltern ohnehin das ganze Verhältnis von Anfang an hinausgespielt hatten. Als dann aber Eliphas sich erbot oder vielmehr glühend danach verlangle, in diesem Falle selbst den (iesegnelen einzuholen und zu löten, halle Ksau nichts dagegen zu erinnern und winkle Erlaubnis unter Tränen. Denn daß der XelTe den Oheiiii erschlug, bedeutete eine ihm wohltuende Durchbrechung des leidigen Schemas und war eine geschichtliche Neugründung. die späteren Kli phas-Knaben zum (ileichnis werden mochte, ihn aber von der Kainsrolle wenigstens im Letzten entlaslele. So raffte Eliphas ein paar Leute zusammen, fünf oder sechs, die zu seinem Vater hielten und ihn bei seinen Ausflügen ins Edom-Land zu hegleiten pllegten. bewaffnete sie aus den Beständen des Hofes mit langen Rohrlanzen, die über einem bunten Haarbüschel eine ebenfalls sehr lange, gefährliche Spitze trugen, entwandte vor Morgengranen Kamele aus Jizchaks Ställen, und eh der Tag sich wendete, hatte Jaakob. der. dank Rebekkas Fürsorge, nebst zwei Sklaven ebenfalls kamelberillen und mit Mundvorrai und schönen Tauschwerten reichlich ausgestalte! war, die Rächerschar auf den Fersen. Seiner Leblage, vergaß Jaakob nicht den Schrecken, der ihn befallen, als der Sinn dieser Annäherung ihm deutlich wurde. Anfangs, als man die Reiter gesichtet, halle er sich geschmeichelt, Jizchak habe sein Entweichen etwas zu früh bemerkt und wolle ihn wieder einholen lassen. Als er aber Esaus Sohn erkannt halle, begriir er den ganzen Ernst der Lage und verzagte. Ein Rennen auf Leben und Tod begann — waagrecht vorgestreckt die Hälse der lang ausgreifenden, inbrünstig grunzenden, von Troddeln und Monden umflogenen Dromedare. Aber Eliphas und die Seinen hatten nicht so hoch aufgepackt wie Jaakob, von Augenblick zu Augenblick sah dieser den Vorsprung, an dem sein Leben hing, zusammenschmelzen, und als die ersten Wurflanzen ihn überholten, winkte er Übergabe, saß ab mit den Seinen und erwartete auf dem Angesicht, die bloßen Hände erhoben, den Verfolger. Was nun geschah war das Kliiglich-Ehrenriihrigsle. was überhaupt in Jaakobs Leben vorkam, und wäre wohl geeignet gewesen, die Würde eines anderen Selbstgefühls auf immer zu untergraben. Er mußte, wenn er leben wollte — und das wollte er um jeden Preis, nicht aus gewöhnlicher Eeigheil, wie ernstlich erinnert werden soll, sondern weil er geweiht war. weil auf ihm die von Abraham kommende Verheißung lag — er mußte den zorngliihenden Knaben, seinen Nellen. den