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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 96

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Demütigung und Erhebung
Date
1932-03-01
Page
Seite 96 (sequence 2)
Language
German
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96 M E N O R A II grade in solchen Lagen physischer Demütigung ein Strahl und Zustrom des Geistes sie getroffen, eine mächtig tröstende und neu bestätigende Offenbarung der Gnade ihr zuteil geworden war, von der sie mit Fug und Recht sich mochte das Haupt -erheben lassen, da sie selbst sie aus ihren imgedemiitigteii Tiefen erzeugt und erzwungen hatte. Wie war es mit Esaus prächtigem Sohne Eliphas gewesen? Eliphns war dem Esau von einer seiner chelilisch-kanaanitischeiL Frauen geboren worden, Baal-Anbeterinnen, die er schon frühzeitig nach Beer scheba heimgeführt halte, und von denen Rebekka. Belliueis Tochter, zu sagen pflegte: „Mich verdrießt es, zu leben vor den Töchtern Lieth.'' Schon dem Jaakob war es nicht mehr gewiß, welche von ihnen Eliphas seine Mutler nannte; wahrscheinlich war es Ada, die Tochter Elons gewesen. Auf jeden Fall war Jizchaks dreizehnjähriger, früh erstarkter Enkel ein ungewöhnlich gewinnender junger Mann: einfach von Geist, aber tapfer, freimütig, edeldenkend, grade gewachsen an Leib und Seele, und seinem benachteiligten Vater in stolzer Liebe ergeben. In mehr als einer Beziehung war ihm das Leben schwer gemacht: in Hinsicht sowohl auf die verwickelten Familienverhältnisse, wie auch in Glaubensdingen. Denn nicht weniger als drei Bekenntnisse stritten um seine Seele: der El eljon der Großeltern, die Baalim der mütterlichen Sippe und eine gewittrige und pfeilschießende Gottheit namens Kuzach. verehrt von den Gebirglern im Süden, den Seirim oder Leuten von Edom. zu denen lisau von früh an Beziehungen unterhalten hatte, und zu denen er später vollends überging. Des rauhen Mannes ungeheurer Schmerz und ohnmächtige Wut über jene von Rebekka geleiteten einschneidenden Geschehnisse in des augenkranken Großvaters dunkler Zellwohnung, die Jaakob dann von Hof und Flerd in die Fremde trieben, hatte dem Knaben Eli phas furchtbar ans Herz gegriffen, und sein Haß auf den fälschlich gesegneten jungen Oheim hatte gradezu etwas Aufreibendes und für ihn selbst Lebensgefährliches: er schien über die zarten Kräfte seines Alters zu gehen. Zu Hause, angesichts der wachsamen Rebekka, war gegen den Segensdieb überhaupt nichts zu unternehmen. Als sich aber herausstellte, daß Jaakob geflohen war. stürzte Eliphas zu Esau und forderte ihn mit (liegenden Worten auf, dem Verräter nachzusetzen und ihn zu erschlagen. Aber der zur Wüste verfluchte Esau war viel zu niedergebrochen, von bitterem Weinen über sein unterweltliches Schicksal viel zu geschwächt, um zu der geforderten Tat aufgelegt zu sein. Er weinte, weil es ihm zukam, weil das seiner Rolle entsprach. Seine Art, die Dinge und sich selbst zu sehen, war durch eingeborene Denkvorschriften bedingt

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