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Menorah · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 86

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Emile Meyerson
Date
1932-01-01
Page
Seite 86 (sequence 3)
Language
German
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86 MEN ORAH Aufgabe des Philosophen, das Mengenverhältnis hier zu bestimmen, sUilt einen Teil derselben zugunsten eines anderen Teiles zu unterdrücken und daß es die Analyse der wissenschaftlichen Theorien über die Materie sei, die dns Mengenverhältnis genau zu bestimmen gestaltet"7). Weiler ist die Wissenschaft für Meyersoii nicht rein pragmatisch (er weicht von Mach ab), sie bezieht sich vollständig auf die Beschaffenheit des Seins und ist daher onlologisch: „es ist nicht richtig, sagt er, daß die Wissenschaft als einziges Ziel das Handeln habe, noch daß sie allein durch die Rücksicht auf ökonomisches Handeln bestimmt sei. Die Wissenschaft will uns auch lehren, die Natur zu versteh e n. Sie strebt tatsächlich, nach dem Ausdruck von Le Roy, nach der fortschreitenden Rationalisierung des Reellen"8). Er betont diese These, die Einslein'sche Theorie kommentierend: „Hier, endlich, der Relativismus, der vorgibt, alles zu erklären, das unendlich Große, wie das unendlich Kleine, die unendlich spezifischen Eigenschaften der reellen Phänomene aufrechtzuerhalten und nichtsdestoweniger alles Reelle auf den Raum zu beziehen, auf die Geometrie, allerdings, auf eine äußerst komplizierte Geometrie, von der ein Descartes noch keine Ahnung hatte". Das heißt, „daß die Idee, im platonischen Sinne, welche trotz der unaufhörlichen Dementis, die ihr die Wirklichkeit entgegensetzt, sich unserer Auffassung des Reellen aufzudrängen trachtet, ■—- dieselbe durch Gewalt zu zwingen, wie Pia ton, wenn er von seinem Demiurgen spricht, gesagt hat, in diese Welt des Gleichen einzutreten, welche indessen so wenig geschaffen scheint, sie zu empfangen — die aber in gewissen Maße dieses unwahrscheinliche Unternehmen zustande bringt"'1). T) Analyse de l'Identite et Realite, von II. Berg-son. Seances de travaux de TAcademie de Sciences morales, 1909, S. 6G6. 6) Identite et Realite, S. 438. 9) La deduetion relativiste, S. 294-2^5-297. Das Reelle scheint nicht dem Identischen ei^en zu sein. Indem sie die Zeit in den Raum einschließen, „machen die Anhänger der (relativistischen) Theorie einen entscheidenden Schritt zur Ausscheidung der Dauer und deren Reduktion in den Raum, oder glauben wenig- So strebt denn die Wissenschaft in ihrer vorgefa!3len Meinung dem Absoluten zu. Gelingt es ihr, ihr, die eben auf der Erfahrung fußt, ohne Hypothesen metaphysischer Art anzuerkennen? Sie ist auf jeden Fall unfähig, tabula rasa mit der Metaphysik zu machen. In diesem Sinne überschreitet die Gesamtbetrachlung des Seins die engen Grenzen des Identischen, der Vernunft. Diese starke Kritik, die aus den Werken Meyersons entspringt und in wissenschaftlicher Beziehung augezeichnet dokumentiert ist, sichert ihm den Platz unter unseren großen Philosophen. Doch die „Vernunft", unfähig, den Grund der Dinge zu erfassen, wird einen plastischeren Sinn haben, wenn sie sich dem Idealismus wieder anschließt. .,Die Vernunft," sagt in der Tat L. Brunschvieg, ..kann ihre charakteristische Funktion der Reflexion nur dann mit Erfolg erfüllen, wenn sie bereit ist, sich nicht in der physischen Welt und der hierarchisierten Formen des Universums zu suchen, sondern in dem positiven Wissen und den sukzessiven Etappen seines Forlschritts, wenn sie sich selbst eher als Denken ü b er da s D e n k e n, als als Denken ü her die Natur erscheint. Und der Idealimus, auf diese Weise in seinem striktesten und unserem Dafürhalten nach in seinem tiefsten Wesen erfaßt, wird die Philosophie gewiß immer ihre traditionelle Aufgabe erfüllen lassen: die Wahrheit und die reine Handlung zu finden und zu vorstehen"10). Der Meyersonsche Gedanke, so reich, so subtil, so fest, bringt einen neuen Beitrag zur Wiedererhebung des Spiritualismus. Er führt uns an die Schwelle des Lehens, dieses so verwickelten und quälenden Problems für den Metaphysiker. stens einen solchen gemacht zu haben (übrigens seit vielen Jahren durch Bergson als natürliche Tendenz der modernen Wissenschaft und Philosophie angegeben); und, was wesentlich ist, sie freuen sich darüber so sehr, daß sie es übertreiben und sich durch positiver urteilende Fachgenossen an das richtige Maß erinnern lassen müssen." — A. Lalande, La Deduetion relativiste et l'assimilation, Revue philosophique, 1926, S. ir.4. 30) Reyue de Metaphysique, La philosophie de Meyerson, S. (53.

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