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Menorah · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 77

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Der Bücherladen
Date
1932-01-01
Page
Seite 77 (sequence 4)
Language
German
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DER BÜCHERLADEN 77 von Bäumen und Blumen und zwitschernden Vögeln, von drei Damen mit blühendem Antlitz, die an der Hecke lustwandelten. Er las fort und genoß den wiegenden Rhythmus, bis ein Schatten auf das Buch hei. Ein Mädchen stand auf der obersten Stufe, ihre blauen Augen glänzten spitzbübisch in dem braunen Gesicht. „Sind Sie der Inhaber?" ,, Jawohl." „Nun. was haben Sie denn zu verkaufen?" Und sie blickte mit mutwilligem Lächeln in den leeren Laden. „Kommen Sie doch weiter und ich zeige Ihnen alles," sagte er ernst. Erhob die zwei Bücher auf, die im Wege lagen. Sie zögerte einen Augenblick und trat dann ein. „Hier," sagte er und wies auf die leere Wand, „sind japanische Aquarelle. Wenn ich ein Maler wäre, ich ginge nicht nach Paris, wie all die andern, sondern nach Tokio. Da sehen Sie her," •— er erinnerte sich eines Bildes, das er in einer Ausstellung bewundert hatte ■— „Hier krümmt sich ein Wels im Wasser. Sie sehen alle Wasser der Erde in Bewegung, alle Strömungen, Wogen und Wellen und Gezeiten; Sie sehen das Grauen schlammigen Dunkels in Teich und See und Fluß, die grünen Tiefen des Meeres, die kaltblütigen Fische und Kriechtiere. Da sehen Sie eine Katze unter einem weißen Blütenzweig. Die Katze sieht uns an ihr Körper ist dick und unförmig, die grünen Augen leuchten im stumpfen Weiß des Felles und der Blüten. Da haben Sie zwei Kraniche an einem frostigen Morgen. Sehen Sie. wie die zusammengeduckten Vögel vor Kälte zittern. Beachten Sie die kühngeschwungenen Linien des Schilfgrases über dem verwischten Weiß ihrer Körper — grau, mattgrün, mattbraun und grün," und er zeigte auf ein paar Sprünge im Mörtel. „Da ist ein Spatz, der sich platt an einen Zweig drängt, der Wärme halber. Sehen Sie bloß die zerzausten braunen Blätter, vom Wind nach einer Seite geblasen. Und den mattglänzenden blau-weißen Winterhimmel." Ezechiel drehte sich um. Sie waren an der Rückwand des Raumes angelangt. „Wie Sie sehen, habe ich hier hinten noch bessere Bilder, aber Sie sind müde. Ich zeige sie Ihnen ein andermal." „Ich bin gar nicht müde. Bitte fahren Sie fort." „Ich habe auch noch anderes, nicht nur japanische Aquarelle. Hier ist zum Beispiel ein chinesisches Rollenbild. Halten Sie bitte ein Ende -—'* und Ezechiel tat, als rolle er ein Bild auf. „Das ist ein Präriefeuer. Sehen Sie den Ansturm der Flammen? Da hinten stehen kleine schwarze Baumskelette. Die Flammen sind im Begriffe, dies

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