Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1931)
- Article
- Von einer Mutter und ihren sieben Söhnen
- Date
- 1931-11-01
- Page
- 532 (sequence 1)
- Language
- German
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Von einer Mutter und ihren sieben Söhnen Eine Legende aus dem Midrasch ,Denn um Deinetwillen werden wir getötet und sind gelichtet wie Schlachtvieh.11) Raw Jehuda sagte: Dies gilt von Mirjam und ihren sieben Söhnen. Sie gerieten alle in Gefangenschaft. Man ergriff sie und schleifte sie durch sieben Säle des kaiserlichen Palastes. Der älteste Sohn wurde vor den Kaiser geführt. Man befahl ihm: „Beuge Dich vor dem Götzen/" Er entgegnete: „Es heißt in unserer Lehre: Jch bin der Ewige, Dein Gott'."'2) Sie führten ihn zur Richtstätte und töteten ihn. Es wurde der zweite vor den Kaiser gebracht. Man befahl ihm: „Beuge Dich vor dem Götzen!" Er entgegnete: „Esheißt in unserer Lehre: ,Du sollst keine fremden Götter haben neben mir "?J) Es wurde der dritte gebracht. Man befahl ihm: „Beuge Dich vor dem Götzen!" Er entgegnete: „Es heißt in unserer Lehre: ,Du sollst Dich vor einem fremden Gott nicht beugen ,"4) Sie führten ihn zur Richtstätte und töteten ihn. Es wurde der vierte gebracht. Man befahl ihm: „Beuge Dich vor dem Götzen!" Er antwortete: „Es heißt in unserer Lehre: ,Wer fremden Göttern opfert sei des Todes'.ur°) Sie führten ihn zur Richtstätte und töteten ihn. Es kam der fünfte. Man befahl ihm: „Beuge Dich vor dem Götzen!" Er antwortete: „Es heißt in unserer Lehre: ,Llöre Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Gott'"*) Es kam der sechste. Man befahl ihm: „Beuge Dich vor dem Götzen!" Er antwortete: „Es heißt in unserer Lehre: .Erkenne heute und führe es Dir zu Herzen, daß Adonai der Herr ist, im Himmel droben und auf Erden unten, keiner sonst'."1) Da führte man den siebenten vor des Kaisers Thron, den Kleinsten von allen. Es sprach der Kaiser: „Mein Sohn, beuge Dich vor dem Götzen!" Darauf der Knabe:,, Da sei Gott vor!" — „Warum?" — „Es heißt in unserer Lehre: ,Heutc hast Du Deinen Herrn erwählt, und heute hat Dein Herr Dich erkoren.'*) Wir haben unserem Herrn, gesegnet sei Er, zugeschworen, daß wir ihn nicht um eines fremden Gottes willen verraten werden, und er hat uns zugeschworen, daß er uns nicht um eines anderen Volkes willen verlassen wird." Da sagte der Kaiser: „Deine Brüder waren satt an Tagen und satt an Leben, sie haben viel Schönes gesehen; Du aber bist klein, nicht satt an Tagen, nicht satt an Leben, noch hast Du Schönes in dieser Welt gesehen; — beuge Dich vor dem Götzen!" Der Knabe sprach: „In unserer Lehre heißt es: ,Es herrscht der Herr in alle Ewigkeit.'^) Und ferner heißt es: ,Der Herr ist König in alle Ewigkeit — es verschwinden die Fremden aus seinem Lande.'20) Ihr seid nichtig, Euer Reich ist nichtig, aber Er, der Ezvigc, Er lebt und besteht in alle Ewigkeit." Es sprach der Kaiser: „Siehe, Deine Brüder wurden alle getötet. Ich werfe meinen Siegelring vor den