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Menorah · 1931-11-01 · Heft 11-12 (November 1931) · p. 500

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 11-12 (November 1931)
Article
Don Joseph Nassi, Herzog von Naxos
Date
1931-11-01
Page
500 (sequence 1)
Language
German
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DON JOSEPH NASSI, HERZOG VON NAXOS Von Franz Jaff6 Die Geschichte des portugiesischen Juden Joseph Nassi, der als Herzog von Naxos und der zwölf Cycladen starb, ist eng verbunden mit dem Schicksal der Dona Gracia Mendez, seiner Tante und späteren Schwiegermutter. Dona Gracia wurde 1510 in Portugal geboren. Sie entstammte einer Marranenfamilie, Scheinchristen, die zwar ihrem jüdischen Glauben entsagt hatten, um den Gefahren der Inquisition zu entgehen, aber innerlich der Religion ihrer Väter treu geblieben waren. Gracia — oder Beatrice de Luna, wie sie als Christin hieß — heiratete den Marranen Nassi, der bei seinem Ubertritt zum Christentum den Namen Francesco Mendez angenommen hatte. Gracia war eine der angesehensten Frauen der damaligen jüdischen Welt, nur mit Verehrung und Achtung wurde ihr Name genannt, 'die Rabbiner priesen sie als „die edle Fürstin, den Ruhm Israels". Die unerschöpflichen Mittel, die sie zum Wohle ihrer Glaubensgenossen verwendete, stellte ihr Gatte zur Verfügung, der Inhaber eines angesehenen Bankhauses, das seine Geschäfte bis nach Frankreich, Italien und Flandern ausdehnte, in dessen Büchern Carl V., Franz I. von Frankreich und andere Herrscher als Schuldner verzeichnet waren. In Antwerpen unterhielt das Haus Mendez-Nassi eine Niederlassung, an deren Spitze Diego Mendez stand, Schwager der Dona Gracia. Dort lebte auch Juan Micquez, der spätere Herzog Joseph Nassi-Naxos, der Sohn eines früh verstorbenen Bruders von Francesco und Diego Mendez. Im Alter von 25 Jahren wurde Gracia Witwe, zu einer Zeit, in der das Gespenst der Glaubenstribunale immer näher nach Portugal heranrückte. Die reichen Neuchristen wendeten der ungastlichen Halbinsel den Rücken, unter ihnen auch Dona Gracia, die in Begleitung ihrer Tochter Reyna zu den Verwandten nach Antwerpen übersiedelte. Eine jüngere Schwester Gracias schloß sich den Auswanderern an. Auch von Antwerpen aus unterstützte die Marranin ihre bedrängten portugiesischen Glaubensgenossen und steuerte zu den Bestechungsgeldern bei, die die Einführung der Inquisition verzögern sollten. Und als schließlich die Marranen Portugals die vom Papst geforderten Beträge nicht mehr aufbringen konnten, ging der von der Curie beauftragte Erpresser, der Nuntius Marcus delle Ruvere, nach Flandern, um dort

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