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Menorah · 1931-09-01 · Heft 9-10 (September 1931) · p. Seite 469

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 9-10 (September 1931)
Article
Ein Zeitgenosse Alexander des Großen über die Juden
Date
1931-09-01
Page
Seite 469 (sequence 2)
Language
German
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EIN ZEITGENOSSE ALEXANDER DES GROSSEN 4G9 Selb.stcrkundetes, sondern auch aus zweiter Hand Gehörlos cnthnllen. So steht es auch um die Angaben, im Auszug aus H ek a l ä n s bei J o s e p Ii u s. Im Vergleich zum Beispiel mit Caesars germanischer Ethnographie mit ihren plumpen Fabeleien gebührt ihm sogar der Vorrang, denn er gibt, von den laisächlichen Fehlern abgesehen, vor allem ein psychologisch ganz richtig gesehenes Bild der Juden im vierten Jahrhundert vor Christus. Es ist sehr zu bedauern, daß, wie so vieles andere Unersetzliche aus der alten Literatur, auch das Buch des II ek a l ä u s ..Über die Juden" verloren ist. Freilich herüben seine Mitteilungen nicht auf eigenen Frkund nngen, .sondern, wie er uns selbst sagt, auf Angaben, die er von einem hochgestellten Juden erhalten haben will. Eben war die Schlacht bei Gaza geschlagen worden, in der zwischen den beiden Generalen A 1 e x a n d e r s, P loh» m ä u s L ag o s und D e m e I r i u s P o l i o r k e I e s, die Entscheidung gefalLen war (312 v. Chr.). Mol e m ä u s, dem Herrscher Ägyptens, fiel durch seinen Sieg Palästina und Syrien zu. Da er den Juden die Niederlassung in dem neugegriindeten Alexandrien erlaubt halte, so verließen viele Juden das durch den Krieg verwüstete Palästina, um sich in der aufblühenden Stadt niederzulassen. Einem solchen Auswandererlrupp begegnete nun unser Geschichtsschreiber, der sich im Gefolge des P l o 1 e in ä u s befand, und erfragte von ihrem Führer, einem angeblichen ..Hohenpriester" E z e c. h i a s. einem Manne von f>s> Jahren, allerhand über die Juden, was ihn interessierte. Hier liegt nun freilich schon ein Irrtum vor. Ein angeblicher ..Hohenpriester" kann Ezechias nicht gewesen sein; wohl aber ist es möglich, daß er ein angesehener Mann aus prieslerlichem Geschlecht war. Aus dessen Angaben seien hier nun einige bei Joseph us erhaltene, besonders interessante Teile mitgeteilt. E z e c b i a s erzählte dem 11 e k a l ä u s, daß es in Jerusalem 1500 Priester gäbe, die von dein Zehnten lebten. Sie wohnten angeblich dauernd im Tempel und enthielten sich daselbst des Weingenusses. Von einer biblischen Vorschrift, daß Kohanim (im Dienst?) keinen Wein trinken dürften, ist sonst nichts bekannt. Daß der Tempel, der ja Gasträume enthielt, Platz für eine so große Anzahl Priester bot, ist auch nicht anzunehmen. Jedenfalls wohnte der Hohepriester nicht im Tempel: denn aus dem Ritual des Versöhnungslages gehl hervor, daß er am Vorabend in den Tempel gel eil et werden mußte. Die Juden wären, berichtet II c k al ä u s weiter, was ihre Religion betrifft, außerordentlich streng und machten niemand in dieser Hinsicht irgend welche Konzessionen. Von ihren heidnischen Nachbarn erleiden sie deshalb mancherlei Unbill. Auch von den persischen Königen und Satrapen hätten sie aus diesem Grunde Manches erdulden müssen. Selbst Alexander dem Großen, der ihnen im allgemeinen wohlwollte, hatten sie in einem Fall aus religiösen Gründen den Gehorsam verweigert. A 1 e x a n d e r wolile nämlich in seiner romantischen Geistesrichlung und als Gegner der Perser der babylonischen Hauptstadt wieder ihren alten Glanz verleihen. Deshalb befahl er, den zerfallenen Tempel des Gottes Bei wieder aufzubauen, wobei auch die in Babylon schon länger wohnenden und die unter Artaxerxes II. dorthin erneut deporlierlcn Juden zu Frondiensten herangezogen wurden. Da haben sie ihm den Gehorsam verweigert, da sie doch im fremden Land fremden Göltern nicht Tempel und Altäre erbauen könnten, wenn sie solche nach ihrer Rückkehr in ihr eigenes Land zerstört hätten. Das Land Palästina wird von II c k at ä u s als fruchtbar und gut angebaut geschildert, Jerusalem als große und ausgedehnte Stadl hingestellt, die von 150.000 Menschen bewohnt sei. Der Einfang ihrer Mauern betrage ungefähr :?0 Kilomeier (!'). Mitten in. der Stadl siehe der grol.le Tempelbau, der im Innern einen hohen Altar besitze, zu dessen beiden Seilen zwei schwere goldene Leuchter stünden, auf denen ein ewiges Licht Tag und Nacht brenne. Sonst sei aber kein Bild und keine aufgehangene Weihegabe im Tempel zu

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