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Menorah · 1931-09-01 · Heft 9-10 (September 1931) · p. 451

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Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 9-10 (September 1931)
Article
Einiges über die Agrarreform und die Juden in Polen
Date
1931-09-01
Page
451 (sequence 1)
Language
German
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EINIGES ÜBER DIE AGRARREFORM UND DIE JUDEN IN POLEN Von J. Bornstein Jii Polen .sind (54'o% der Gesamtbevölkelung in der Landwirtschaft tälig und auf 100 ha landwirtschaftlichen Bodens leben 71 Personen (gegen (53 in der Tschechoslowakei, 52 in Deut seid and, 51 in Österreich). Diese Übervölkerung des Hachen Landes, der Bodenmangel und seine ungesunden Folgen brachten, kurz nach der Wiederherstellung der polnischen Selbständigkeit, die Krage einer A g r a r r e f o r in ins Rollen, durch die die Not der Millionen von landlosen Bauern behoben sowie die ländlichen Zweigwirtschaften, deren Existenz infolge des zu kleinen Bodcnausmaßes nicht gesichert ist, vergrößert werden sollten. So entstand das Agrarreformgeselz vom Jahre 1920, das dann im Jahre 1925 erweitert und vervollkommnet wurde, mit seinen eingehenden Bestimmungen über Parzellierung, Zwangskauf, Bodenreserve usw. Der Zweck des Gesetzes ist, die schon bestehenden „zersplitterten" Wirtschaften zu vergrößern sowie Kleinwirtschaften für Garten- und Gemiisepioduktion zu schaffen, auch Avbeilergarlensiedlungen in der Nähe der Städte und Industriezentren zu gründen. Das Ausmaß der neuen Wirtschaften darf 20 ha nicht übersteigen (nur in den Randgebieten ist das Maximum mit Holm festgesetzt). Die Slaalskredite für die neuen Siedler sind mit b% Verzinsung innerhalb 25 bis 4! Jahren zni iickzuzahlen. Kür enteignete Güter wird eine KnlSchädigung in staatlichen 5%igen AgrarrenJenpapieren, mit 4()jähriger Laufzeit, auf Zloty laut Goldparität, gezahlt, für die der Staat mit seinem ganzen Vermögen haftet. Um die Aktionen der Agrarreform zu finanzieren, wurde von der polnischen Regierung eine xAgrarbank begründet. Nach 8jährige r Tätigkeit hat das polnische Ministerium für Agrarreform 1.048.99:* ha Boden unter 287.501 Landwirte parzelliert. Davon erfolgte die Parzellierung von 505.177 ha durch staatliche Ämter, li(Kt.70:$ ha wurden durch private Institute (besonders in Galizien) und 17.892 ha durch die Agrarbank parzelliert. Gegenüber dem tatsächlichen Notstand und der W' litigkeil einer wirklichen Lösung des Agrarproblems in Polen ist dieses Ausmaß der Tätigkeit, für die auch zu wenig Mittel vorhanden sind, noch weil entfernt davon, eine sichtbare Änderung der Verhältnisse zu bewirk en. Wenn nun die Krage erörtert werden soll, welchen Kiunuß die Agrarreform in Polen auf das Wirtschaftsleben der j ii d ischen Bevölkerung hat, möge zunächst eine Meinung behandelt -werden, die in verschiedenen Kreisen der jüdischen Öffentlichkeit weit verbreitet ist -- daß es nämlich mit Aufwendung ausreichender Mittel möglich sei, .hide7i in Polen auf dem Lande anzusiedeln. Ich halte diese Ansicht für u nb eg r ü n d e l und weise dabei bloß auf folgendes hin: Auf dem Lande herrscht in Polen Übervölkerung und es wird noch sehr lange dauern, bis diese beseitigt ist. Nach der Ansicht des polnischen Agrarstatistikers K e p i n s k i >vird die gesamte Bodenreserve von 2.307.4h'Uin, die für die Agrarreform zur Verfügung steht, kaum ausreichen, um ein Drittel der Zweigwirtschaften, der sogenannten Kleinhäusler, auch nur in bescheidenem Ausmaße zu erweitern, und die am dringendsten notwendige Conimassalion der früheren alten Wirtschaften wird 42% des gesamten Bodens verschlingen, welcher der Agrarreform unterliegt. Daraus ist klar, daß das Problem der neuen Kleinwirtschaften auch weiter ein offenes bleiben wird; es ist auch leicht zu erkennen, wie und in welchem Ausmaß Kleinwirtschaften durch die. Agrarreform geschaffen werden können: bilden doch diese neuen Wirtschaften bloß 20% der Gesamtzahl der

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