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Menorah · 1931-09-01 · Heft 9-10 (September 1931) · p. Seite 441

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 9-10 (September 1931)
Article
Die wirtschaftliche Krise des deutschen Juden [sic!]
Date
1931-09-01
Page
Seite 441 (sequence 3)
Language
German
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DIE WIRTSCHAFTLICHE KRISE 441 Zeilen lesen, so geht Marcus direkt auf das Problem los. Denn ibm ist bewußt, daß die Schiebt, die den Kern des deutschen Judentums bildet „heute in ihrer wirtschaftlichen Existenz einem radikalen Umfornumgsprozeßk< unterliegt. Marcus ist der erste, der positive Grundlagen für die Beurteilung der heutigen Situation schaIVt. indem er in minutiöser Kleinarbeit eine Reihe von Wirtschaftsgebieten untersucht, in denen bisher der Einfluß der Juden in Deutschland besonders groß war. Marcus hat es sich zum Ziel gesetzt, an Hand einzelner und, wie er betont, seiner Meinung nach besonders charakteristischer Beispiele darzulegen, wie in Deutschland die wirtschaftliche Situation der jüdischen Bevölkerung gegenwärtig ist, welche Entwicklungstendenzen diese Lage formen und beeinHussen, und welche Eolgerungen hieraus für die Erkenntnis vom künftigen wirtschaftlichen Schicksal der deutschen .luden zu ziehen sind. Damit wird aber nichts über die deutsche und über die jüdische wirtschaftliche Gesamtlage ausgesagt. Marcus versucht auch festzustellen, ob der .Jude in Deutschland auf bestimmte wirtschaftliche Vorgänge anders reagiert als der Nichtjude. Er leugnet zwar die Bedeutung der materialistischen. Geschichtsauffassung, aber trägt er ihr nicht allzusehr Rechnung, wenn er allein von der Gestaltung des wirtschaftlichen Geschicks die Frage der Assimilation des Juden abhängig machen will"? Sind nicht Abstammung des .luden und r e 1 i g i ö s e r K o n s e r v a t i v i s m u s viel eher geeignet, den Juden zu dissimilieren, auch wenn sich längst eine wirtschaftliche Angleichung vollzogen haIV Marcus meint, sowohl die Vertreter des Gerlankens der völligen Assimilation wie die Anhänger des nationalen Gedankens im Judentum müßten nur das eine Interesse besitzen: die A b w e i c h u n g e n z u b e s e i t i g e n. weil beide Werl darauf legen. ..das jüdische Dasein in jeder Beziehung zu normalisieren *. Wünsche der Assimilant das völlige Aufgehen des Juden in dem deutschen Volkskörper, so habe der Zionisl das größte Interesse an der Konzcnlrierung aller jüdischen wirtschaftlichen Kräfte in einem territorialen Zentrum. Von der Gruppe der Juden, die nach der Auffassung von Marcus zwischen den Zionislen und den Assimilanten steht, behauptet er. sie beschäftige sich aulTallenderweise am eindringlichsten mit dem Problem des Wirtschaftsschicksals der deutschen Juden. Dieses Interesse ist aber, wie mir scheint, keineswegs verwunderlich. Im Gegenteil, es ist noch viel zu gering. Vielfach kann man feststellen, daß die deut-

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