Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1931)
- Article
- Lebensüberdruss
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 380 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Amman 1× ep/1044017
- Radom 1× ep/1000823
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380 MEN ORAH Umgebung bewirken, daß der Jude diese ihm präsentierten Rechnungen mit dem kostbarsten Gut, das ein Mensch überhaupt besitzt, mit seinem Leben bezahlt. Noch aber gilt das alte Sprichwort, daß wo ein Wille vorhanden ist, sieh auch ein Weg finden muß. Wir, die wir die Erhaltung des Judentums anstreben, dürfen es daher nicht zulassen, daß auch weiterhin jüdische Menschen darauf verzichten, den Ausweg zu gehen, der vorhanden ist und den mit weit größerem Nachdruck aufzuzeigen wir in der letzten Zeit unterlassen. Den Willen von Neuem entfachen und stärken, gilt es heule. Literatur: Bratlascvic, Die Selbstmorde in Österreich (1895). Brosch A., Der Selbstmord, Leipzig-Wien (1909). Delannoy R. M., Selbstmorde und Selbstmordversuche in Wien im Jahre 1926. Koralnik J., Zur Statistik des Freitodes bei den Juden in Preußen 1920 bis 1928. Ruppin A., Soziologie des Judentums (1930). W a r s chauer statistisches Jahrbuch (1930). UMSCHAU für die Zeit vom 16. Mai bis 5. Juli 1931. AUS ALLER WELT Der österreichische Verfassungsgerichlshof hat die S ludientenordnung der Wiener Universität, welche auf dem völkischen Rassenprinzip aufgebaut war, als gesetzwidrig aufgehoben; dieses Urteil führte zu antisemitischen Sludenlenkrawallen. — In Br-aun schweig wurde durch Landtagsbeschluß ein allgemeines Schächlverbot in Kraft gesetzt. — Bei den Wahlen zum rumänischen Parlament erhielt die jüdische Nationalpartei vier Sitze. — Die jüdischen Gemeindewahleix in Polen haben keiner der beteiligten Parteien entscheidenden Erfolg gebracht; in den zahlreichen und den größten Gemeinden wird die Agudas Jisroel in Verbindung mit anderen orthodoxen oder Wirtschaftsgruppen due Führung übernehmen. — In Zloczow und Radom (Polen) ereigneten sich blutige Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung. EREZ ISRAEL Der High-Commissioner hat eine Pächterschutzverordnung erlassen, welche den Erwerb und die Übertragung von Grund und Boden außerordentlich erschwert. — Der in Amman verstorbene Ex-König des Hedjas, Hussein, wurde in der Omarmoschee in Jerusalem beigesetzt. JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER Der Bericht der Klageniauerkommission slellt fest, daß die Mauer, ebenso wie der Platz davor, im Eigentum moslemischer Stiftung (Wakf) steht, jedoch den Juden allein heilig ist. Die Schlußfolgerungen: Recht der Andachtsausübung für die Juden mit gewissen Beschränkungen, Störungsverbot für die Moslems wurden 'durch Verordnung der palästinensischen Regierung verbindlich kundgemacht. —■ Vor Abschluß der Arbeit der Völkerbund - Kommission für Kalenderreform wurde eine jüdische Delegation empfangen, welche den ablehnenden Standpunkt der jüdischen religiösen Massen eingehend begründe!. — Das Collegio Rabbinico in Florenz, an dem auch Oberrabbiner Chajes s. A. als Lehrer wirkte, feiert seinen 100jährigen Bestand. WANDERUNG UND SOZIALE HILFE Auf dem Gute des Reichsbundes für jüdische Siedlung hei Coltbus, der ersten jüdischen gärtnerischen und landwirtschaftlichen Kolonie in Deutschland mit staatlicher Sicdlungshilfe, wurden die Arbeiten für die ersten Siedlungshäuser in Angriff genommen. WISSENSCHAFT UND KUNST In Frankfurt a. M. wurde eine Ausstellung: Das illustrierte jüdische Buch bis zum Ende des 17. Jahrhunderts im jüdischen Gemeindehaus veranstaltet. — Bei Ausgrabungen in den Ruinen einer Römersladi in Südserbien wurden die Überreste einer Synagoge im Basilikenstil, die mit einem rituellen Bad verbunden war, entdeckt. — Der Lyriker Arthur Silbergleit feiert seinen 50. Geburlstag.