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Menorah · 1931-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1931) · p. 363

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1931)
Article
Judentum und Feminismus
Date
1931-07-01
Page
363 (sequence 1)
Language
German
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JUDENTUM UND FEMINISMUS enn wir den Zusammenhang zwischen Judentum und Eeminis- T f mus darlegen wollen, so müssen wir zunächst die ganz entscheidende Tatsache beachten, daß die a n t i f e ni i n i s t i s c h e Tendenz innerhalb des Judentums erst nach dem babylonischen Exil eingesetzt hat, daß die soziale, politische und religiöse Stellung des Weibes vorher eine durchaus gleichberechtigte war. Der formale Rechtsstandpunkt tritt deutlich hinter die Praxis des Lebens zurück. Schon in der Patriarchenzeit sehen wir das Recht des Weibes sich hervordrängen. Es tritt das F a in i 1 i e n r echt in Erscheinung, das die Herrschaft des Patriarchats verdrangt und langsam eher einem Matriarchat Platz macht. Sara ist bereits keine Sklavin mehr. Aus der patriarchalischen Großl'amilie entwickeln sich die Einzelt'amilien: Lot trennt sich von Abraham, Jakob mit seiner Familie von Laban; ein Recht der Ehefrau seilen wir an Jakob und Rahel. Die Entwicklung des Familien rechtes machte die Frau durchaus dem Manne gleichberechtigt. — Noch wichtiger ist es, daß das Weib sogar als Prophetin möglich war. Man denke an Mirjam und Debora, an das Weib des Jesaias und an die Prophetin Hulda. Aber Hesekiel polemisiert gegen sie (13. 17—23). Und nach dem Exil erhebt sich nur noch eine Prophetin gegen Esra und Nehemia: Noadja. Der Bruch hatte sich bereits in aller Schärte vollzogen. Das Weib wurde durch Bestimmungen von dem Jahwe-Kult ausgeschlossen. Diesen a n t i f e m i n i s t i s c h e n Zug erhielt d a s J u d e n t u m a u s d e in babylonischen E x i 1. Selbst bei den Tieropfern zeigt sich der antifeministische Zug durch die Bestimmungen Hesekiels. Es werden früher Kühe erwähnt (Sam. 6. IL und 16. 2.), weibliche Ziegen (Gen. 15. 9.), Schaflämmer und weibliche Ziegen als private Sühnopfer (Num. 6. 141, Lev. 4. 28. u. 32. u. 5. (>.) usw. Erst später nach der Rationalisierung Hesekiels bleiben die weiblichen Tiere ausgeschlossen. Der Nützlichkeit wegen? Davon müßte man oif enbar etwas lesen können. Die späteren Best i m m u n g e n gehen parallel mit der g r o ß e n anti f cm i n i s tische n T endenz, die d a s J u d entu m v o n d e n ,.a r i s c h e n': V ö 1k e r n ü b e r n o m m e n h a t. iL s ist noch niemandem eingefallen zu fragen, warum man sich mit den beiden absolut fiktiven Begriffen „Arier" und ,.S e m i t" in der Wissenschaft herumbalgt, ohne mit beiden zu einem eigentlichen Von Heinrich Beil

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