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Menorah · 1931-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1931) · p. Seite 356

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1931)
Article
Der Brüsseler Internationale Sozialistenkongreß im Jahre 1891 und die Judenfrage
Date
1931-07-01
Page
Seite 356 (sequence 6)
Language
German
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356 MENORAH „Punkt 4" schritt, wurde mir, als seinem Initiator, zuerst das Wort erteilt. Auszüge aus meiner Rede waren in belgischen, deutschen und französischen Zeitungen erschienen. Ein Teil war auch in russischer Sprache im vierten Heft von Plechanows Vierteljahresschrift „Sozialdemokrat" nachgedruckt. Die Redaktion dieser Zeitschrift hatte mich in einer Notiz ersucht, ihr meine ganze Rede einzusenden. Ob ich ihrem Wunsche nachgekommen bin, weiß ich nicht mehr genau. Ich glaube es getan zu haben, denn unter meinen Manuskripten lag Jahre hindurch eine russische Übersetzung dieser Rede, offenbar eine Kopie des an die Redaktion des „Sozialdemokrat" gesandten Exemplars. Die Zeitschrift hatte aber inzwischen ihr Erscheinen eingestellt. In der Zeitschrift selbst erschien bloß ein kurzer Auszug. Von den Berichten der Tagespresse habe ich keinen mehr zur Verfügung. Diese Rede steht aber mit einem meiner stärksten Eindrücke in Verbindung, und ich erinnere mich ihrer in allen Einzelheiten. Ich sprach Englisch, und jeder Satz wurde ins Französische und Deutsche übersetzt. Hier der wesentliche Inhalt: „Ich kam hierher nicht als Jude, sondern als Arbeiter, als Vertreter Jiddisch sprechender Proletarier. Mir ist die Ehre zuteil worden, von den Vereinigten jüdischen Gewerkschaften in New York als Delegierter hierher entsandt zu werden. Man fragt mich, zu welchem Zwecke ich die Judenfrage auf die Tagesordnung gesetzt habe. Es sei mir ja bekannt, daß es für Sozialisten keine Judenfrage gebe, und daß bei ihnen alle Völker gleichberechtigt seien. Sie kennten einzig und allein den Unterschied der Klassen, die Scheidung zwischen Arbeitern und Kapitalisten, zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten. Darauf habe ich zu entgegnen: Gewiß, ich weiß es ganz genau. Sonst wäre ich nicht hierhergekommen. Aber bei den Sozialisten existiert ja auch nicht die Frage des Militarismus; wir sind alle gegen ihn. Und allen ist das genau so bekannt, wie daß Sie sich gegen den Antisemitismus ablehnend verhalten. Und trotzdem sind Sie infolge der herrschenden Umstände gezwungen, die Frage des Militarismus aufzurollen. Das Gleiche kann von der Judenfrage behauptet werden. ..Ich fordere für alle wichtige Fragen die gleiche Behandlung. „Die Juden werden verfolgt. Es werden Pogrome auf sie gemacht. Sie werden gedemütigt, sie werden unterdrückt. Es werden Ausnahmsgesetze gegen sie erlassen. Sie wurden zu einer Sonderklasse rechtloser Menschen degradiert. Diese rechtlosen Menschen wollen Schulter an Schulter mit allen anderen Proletariern kämpfen und bitten um einen Platz in den Reihen der Sozialdemokratie. Die judenfeindliche Presse

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