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Menorah · 1931-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1931) · p. 351

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1931)
Article
Der Brüsseler Internationale Sozialistenkongreß im Jahre 1891 und die Judenfrage
Date
1931-07-01
Page
351 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Ab. K a h a n : Der Brüsseler Internationale Sozialistenkongreß im Jahre l8CH und die Judenfrage ndlich kam die Woche des Brüsseler Kongresses. Ich reisle einen J_J Tag früher von Paris al). Am Bahnhof fand sich eine Gruppe russischer Revolutionäre ein, um mir das Geleite zu gehen. Der Kongreß galt ihnen als großes Ereignis. Aus Rußland seihst konnte natürlich niemand delegiert werden, und von den ausländischen russischen Organisationen wurde damals ebenfalls noch kein Delegierter entsandt. Der Titel Delegierter zum Internationalen sozialistischen Kongreß halle zauberhaften Klang in ihren Ohren. Zudem war ich ein Delegierter des geheimnisvollen, fernen Amerika. Kurz, als ich an jenem Morgen auf den Brüsseler Zug wartete, war ich bei den mich begleitenden Revolutionären eine beneidenswerte Persönlichkeit. Einer von ihnen fuhr sogar nach Brüssel mit, nicht als Delegierter, sondern als einfacher Teilnehmer. Das war R u b a n o w i t s c h, späterhin eine wichtige Figur innerhalb der Partei der Sozial-Revolutionäre, mit dem ich, seiner guten Eigenschaften wegen, während der Reise Freundschaft geschlossen halte. Als wir uns der belgischen Grenze näherten, stiegen auch holländische Delegierte in unseren Waggon. Neben mir saß ein Delegierter aus England, mit dem ich ins Gespräch kam. Indessen wandte sich uns ein junger, langhalsiger Holländer zu und bat uns, leiser zu sprechen. Er sprach fließend Englisch, jedoch mit schlechtem Akzent. „Sic kommen aus einem freien Lande und kennen darum keine Gefahr" — flüsterte er mir ins Ohr — ,,wir aber werden vielleicht verfolgt werden, sobald wir nach Holland zurückkehren. Wir müssen vorsichtig sein." Dann fuhr er fort: „Ich muß mich besonders in Acht nehmen; ich bin Schullehrer und könnte meine Stelle verlieren/' Neben ihm sal.1 ein interessant aussehender Mensch mit gutmütigen, grauen Augen. Das war der Führer der sozialistischen Bewegung in Holland, Daniela Niewenho u s, ehemals Prediger am königlichen Hofe, der in den späteren Jahren zu den Anarchisten übergegangen war. Der junge Mann betreute ihn mit jüngerhafter Liebe. Aus dem Memoirenwerk Ab. Katuins „Bieter vyn majn Lejben^ veröffentlichen wir diesen interessanten Ausschnitt. Übertragung nus dem Jiddischen von J. S. /. Ankunft in Brüssel

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