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Menorah · 1931-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1931) · p. Seite 341

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1931)
Article
Ebrei
Date
1931-07-01
Page
Seite 341 (sequence 2)
Language
German
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E B R E I 341 Typen verschiedener Juden werden vorgeführt. Da ist der hohe Offizier mit dem jüdischen Namen, der ihn nicht hindert, sich vor allem als Italiener zu fühlen, ein Viertelassimilant, der im Judentum nur noch eine Abstammung, kein Volk mehr sieht. Dann ein Mailänder Filmagent, eine internationale Figur, die ebensogut in Paris oder Berlin zu Hause sein könnte. Er leugnet sein Judentum nicht, wenn es ihm keinen Schaden bringt, ist aber ebenso schnell bereit, es abzustreiten, wenn er dadurch eines Vorteils verlustig zu gehen droht. Er und der Held des Buches haben sich beide sichere Posten im Armeeoberkommando in Udine zu sichern gewußt, und an den Abenden führen sie lange Gespräche miteinander, in denen das Problem des italienischen Juden immer wieder aufgerollt wird. Die Gespräche sind überhaupt das Wertvollste in diesem Buch, während man von einer richtigen Handlung kaum sprechen kann. Über ganze Kapitel laufen diese Unterredungen, in denen viel Wesentliches gesagt wird. Eine der charakteristischsten Szenen des Buches ist die Begegnung des Helden Carlo, des kleinen Fabrikanten aus Ancona, mit diesem Mailänder Filmagenien, in dem er zunächst nur den Kameraden sieht und von dessen jüdischer Abstammung er nichts ahnt. Carlo sucht in Udine ein Zimmer, und der andere führt ihn zu seiner Wirtin, die noch einen Raum zu vermieten hat. Dann lädt er ihn noch in sein Zimmer ein, wo sich zwischen den beiden folgendes Gespräch entwickelt: .,l)u spielst?" fragte Carlo und zeigte auf eine Gitarre, die in der Ecke lag. „Ein paar Töne bring' ich schon heraus*', antwortete der andere. „Aber sonst verstehe ich wenig von Musik." ..Tch sehe, daß du auch liest", sagte Carlo und beugte sich über einige Bücher, die auf dem Tisch lagen. ,.Romane, damit die Zeit schneller vergeht.*' ..Aber dieses Buch da ist kein Roman." „Was ist es denn?" fragte Spire mit erstauntem Gesicht. ..Laß einmal sehen!" ..Man könnte glauben, daß du Bücher mit geschlossenen Augen kau Ist." „Manchmal wirklich. Es ist mir ziemlich gleich, was ich lese. Ilm! ,Der Judenstaat' — was, zum Teufel, habe ich da gekauft?" „Aber das ist ein wundervolles Buch.'1 ..Du kennst es also?" „Wer kennt nicht Theodor Herzl?" „Ich nicht."

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