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Menorah · 1931-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1931) · p. 340

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1931)
Article
Ebrei
Date
1931-07-01
Page
340 (sequence 1)
Language
German
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EBREI Der Judenrouian eines italienischen Katholiken Von Walter Freund Es ist ein Judenrouian und ein Kriegsroman zugleich, den Mario Puccini, der bekannte italienische Prosaist, soeben veröffentlicht hat („Ebrei" bei Ceschina, Milano); nur daß der Krieg hier allein den Hintergrund abgibt, vor dem sich die seelischen Ktmilikte eines jungen jüdischen Fabrikanten aus Ancona abspielen. Das Problem des italienischen Juden ist also hier von einer provinziellen Seite gesehen, und es ist anzunehmen, daß sich die Dinge von Rom oder Mailand nicht ganz so ausnehmen. Andererseils ist Puccini Katholik und überzeugter dazu, wie sich aus seinen kleinen Erzählungen ergibt. So viel Sympathie aber, die er dem Judentum entgegenbringt, gibt zu denken. Es gehl aus dem Roman hervor, daß das italienische Judentum im (i runde nicht weniger angefeindet wird als das west- und mitteleuropäische. Nur nimmt diese Anfeindung niemals einen derart bösartigen Charakter an wie in diesen Ländern. Nirgends wird dem Juden ein Hindernis in den Weg gelegt, zu öffentlichen Ämtern und Stellungen zu gelangen. Trotzdem ist die Zahl der prominenten Juden nicht groß. Man begreift augenblicklich die politische Färbung, die der Antisemitismus zum Beispiel in Deutschland angenommen hat. wenn man die Stellung der Juden hier und dort vergleicht. Für den Italiener ist der Jude nämlich durchaus kein so ernster Konkurrent auf geistigem und kaufmännischem Cebiet. Der Romane ist zumindest ein ebenso tüchtiger Advokat, Arzt und Journalist wie der Jude, und die Pfiffigkeit des italienischen Kaufmanns ist ja allgemein bekannt. Auch mag der physische Gegensatz zwischen den beiden Rassen geringer spürbar sein wie in den nordischen Ländern, wenn er auch ohne Zweifel vorhanden ist. Carlo, der Held des Romans, erzählt zum Beispiel ein bezeichnendes Jugenderlebnis. Er ist einer der besten Schüler, kommt aber doch gegen den Ehrgeiz und Fleiß eines christlichen Knaben nicht auf, der beständig die Würde des Primus in Anspruch nimmt. (Wer hätte nicht bei uns in seiner Kindheit Ähnliches erlebt?) Als nun einmal der Primus eine schlechtere Note für seinen Aufsatz erhält als der kleine Carlo, bricht die Abneigung gegen die jüdische Abstammung Carlos in dem bisher anständigen Knaben kraß hervor. Er ruft ihm zu: „Du hast zwar heute eine bessere Note als ich bekommen, aber deshalb werde ich doch stets mehr als du sein, du nichtswürdiger Juden junge!"

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