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Menorah · 1931-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1931) · p. 311

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1931)
Article
Oskar Strnad und das Theater
Date
1931-07-01
Page
311 (sequence 1)
Language
German
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OSKAR STRNAD UND DAS THEATER Oskar Strnad ist der Künstler, von dem das Bühnenwesen im Westen Europas seit Jahren die bedeutendsten Impulse empfängt. Die folgende Darstellung ist dem Manuskript eines Kapitels „Das Drama im Räume" aus dem Buche „Geschichte der modernen Baukunst" entnommen, weiches im kommenden Herbst erscheinen soll. skar Strnad ist durch äußere Umstände, durch die Not des Krieges und ihre Folge: durch den Mangel an Bauaufträgen dem Theater in die Arme getrieben worden. Das ist eine biographische Tatsache, die ganz gewiß, ja mit Nachdruck registriert werden muß: erst 1918, als ein Mann von beinahe vierzig Jahren, hat Strnad diese Beschäftigung aufgenommen. Aber was hat das zu sagen? Etwa: daß er unter dem Druck der Verhältnisse nicht nur umgelernt, sondern sich auch gründlich umgestellt und aus jener Not eine Tugend gemacht hat? Keineswegs. Die Formentwicklung des Künstlers geht weiter, sie ist jetzt nur auf ein neues, ihr günstiges Feld versetzt. Beides aber •— der gerade Fortschritt der Form und ihre Begünstigung durchs Theater -— ist nur darum möglich, weil der Mann des Theaters schon im Werk des Architekten, also nicht bloß „latent", vorhanden war und weil er mit diesem e i n Ziel: den Raum, im Auge hatte. Denn ungeachtet aller Unterschiede geht es auch jetzt, im Bereich der leidenschaftlichen theatralischen Steigerung, um den reinen Raum. Freilich nicht mehr, wie bei der Arbeit des Baumeisters, um die Verankerung des Raumes in einer fest begrenzten Baugestalt, sondern um den Anstoß für das grenzenlose Gefühl. Unter den Voraussetzungen, die am Werk des Theaterkünstlers grundlegend beteiligt sind, erscheint nur eine völlig neu: das ist die geistige Beziehung zu den Erzeugnissen des Bühnenspieles. Sie umfaßt alles: die Oper und das Drama jeglichen Genres. Doch diese erstaunliche Allseitigkeit hat nichts gemein mit sprunghafter Versali - tät, sondern sie ist eine immer wesentliche Kraft der Einfühlung in Tempo, Geste und Sinn, kurzum in den Stil des Bühnenwerkes. Sonst aber waren schon in der Arbeit des Architekten allenthalben Keime auch für die Arbeit des Theatermannes enthalten. Da war fürs erste jene Beweglichkeit, die am frischesten und frappantesten an den dünnen, scharfen Federskizzen, an den Aquarellen und Pappmodellen des Baumeisters zu sehen gewesen, nirgend vielleicht so deutlich wie an dem Modell einer Siedlung im Grünen, die aus dem Boden ihres hügeligen Geländes hergeleitet erschien. Ebenso ist nun auch das Nachdruck verboten

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