Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1931)
- Article
- Was der Baumeister Salman erzählt
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 306 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2912821-2912908-2912913-2926993--10414-2927131- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
306 MENORAH daß mehr Laternen aufgestellt werden!'4 oder „Geradezu mörderisch, diese ungepflasterten Gassen!'4 Aber sofort steigt er in seinen Wagen oder (wenn er seinen Wagen der Frau oder dem Sohn zur Verfügung gestellt hat) in eine Droschke und fährt nach Hause zu seinen Perlen und Brillanten, zu seinem großen Reichtum und der ganzen Unbegreiflichkeit seines Glückes. Alle anderen sehen ihm mit einer dumpfen Sehnsucht im Herzen nach. Er hätte doch noch etwas erzählen sollen! War es heute nicht weniger als sonst? . . . Ach, jetzt heißt es: heim! Und die Fuhrleute wecken ihre Pferde, die draußen vor den Wagen im Stehen eingeschlummert sind, schwingen sich auf ihren Droschkensitz und nehmen alle übrigen mit, die keine Wagen und Pferde haben, die Handwerker, die Lastträger, die Arbeitslosen ... ,,Hü!" — Polternd rattern die Wagen, mit armen Schluckern vollgepfropft, den abschüssigen Weg zur „Rinne" hinab. Und mit dem Rädergerassel mengt sich Seufzen und Stöhnen: ,,Ach — ach — oh Gott, Vater im Himmel! ..." (Aus dem Jiddischen übertragen von Siegfried Schmitz.)