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Menorah · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. 240

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Fahrt in die Provinz
Date
1931-05-01
Page
240 (sequence 9)
Language
German
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Synagoge in Märkisch Fricdhmd das Jahr LS40 zurück. Der aus Berlin herbeigerufene Prediger Salomon Pleüner (später Posen) liiell damals die Weihrede. Hiue Inschrift unterhalb der Frauenempore deute! auf das Kinweihungsjahr hin. Darüber ist. kronegeschinückl. eine Tafel angel) rat-hl inil der Aufschrift: ..Heil unserem König." Sie galt natürlich einst dein gerade damals zur Regierung gelangten Friedrich Wilhelm IV.. heute aber — den veränderten Verhältnissen Rechnung tragend — wird der Inhalt wohl auf den himmlischen König der Könige bezogen. Die Wände der Synagoge, auch ihres Vorraums, sind mit großen, mannshohen Gebelslai'eln geziert, die noch z. T. der alten Synagoge entstammen, au deren Stelle und auf deren Grund die neue errichtet wurde. Sie gehören in der Hauptsache der Aufsliegsperiode der Gemeinde an und verraten Wohlhabenheit, Farbenl'reude und religiösen Sinn. Gibt schon dieser Wandschmuck der Synagoge auf den ersten Blick ein eigentümliches Gepräge, so zieht sie mit jedem Schrill, den man sich der Ostwand nähert, gewissermaßen das PrachIgewand des 18. Jahrhunderts an. Denn da ragt in Blau, Silber. Rot und Gold, wie ein Hochaltar des Spätbarocks, das Schnitzwerk des mächtigen, zweigeschossigen, architektonisch schön gegliederten und reich ornamentierten Oraun Hakaudesch. .leih' Kinzelheil an ihm ist mit Liebe und Akkuratesse ausgearbeitet, im Obergeschoß nicht minder als in der unteren Partie, wo besonders die Tür mit der Darstellung von Kultusgerälsehaileu Aufmerksamkeit und Knizücken erregt. Ks ist so gut wie sicher, daß dieser Oraun Hakaudesch. diese heilige Lade, schon in der Synagoge stand, die die Kriedländer Gemeinde sich 1770 erbauen durfle*). *) Letzte Sicherheit ließ sich über die Fntstehung dieser Schnitzarbeiten nicht gewinnen. Es fanden sich in den Akten wohl ]3riefe, in denen sich ..die nah und fern berühmten. Schnitzler aus Kempen", die auch die Synagoge in Fortion gebaut hatten (s. Aron Bernstein: Vögele der 31aggid) und nachweislich an vielen Synagogenbauten in den Provinzen Posen und Westpreulien btteiligt waren, um Arbeit bezw. IUnovieiungsarbeit beim Neubau der Kriedländer Synagoge bewarben. Das lag nahe, weil auch sonst die Synagoge in Fordon — den Akten nach beim Neubau als Muster gedient harte. Aber es lindet sieh in den Akten, und speziell in den erhaltenen umfangreichen Quittungen und Abschlüssen der Synagogenbaukasse nicht die mindeste Spur dafür, datt S. Goldbaum, „Bildhauer aus Kempen", wie er sich bezeichnet, einen Auftrag zur Schaffung oder Herstellung von Schnitzarbeiten in der Friedlander Synagoge erhalten hätte. Es wäre aber eine lohnende, wenn auch schwierige Aufgabe, dem Wirken dieser „Schnitzler aus Kempen" einmal in einer gründlichen, zusammenstellenden und vergleichenden, Arbeit nachzu gehen.

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