Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Fahrt in die Provinz
- Date
- 1931-05-01
- Page
- 238 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Holztafel als Grabmal auf dem Friedhof in Arnswalde Jahn? lcSOO gab es schon über 1000 Judvn am Orte, als das .ludenemanzipalionsedikt erging, halle die Gemeinde mit 1400 Juden — ihre dörfliche Umgebung wohl mit eingeschlossen — ihren Höhepunkt erreich!, und sieh auch numerisch an die Spitze der weslpreu Mischen Juden gemein den geschwungen. Aber von nun an ging es dauerud abwärts. Die inneren provinzinlen Zollschranken fielen, und damit verschwand für Märkisch Friedland der Vorzug einer günstig gelegenen Grenzstadt. Die Handelswege nahmen eine andere Richtung und zwangen zunächst die Großhändler zur Auswanderung. Das halte automatisch ein ständiges Abbröckeln der jüdischen Bevölkerung zur Folge. Die Auswaivderungslusligcn gingen /.unieist nach Berlin, wo sie in der jüdischen Gemeinde sehr bald eine ihrem Vermögen und ihrem Können entsprechende Stellung einnahmen. Man darf hier daran erinnern, dal.» zu den mus Märkisch Friedlanid stammenden Geschlechtern auch die Familie von Max Liebermann, gehört, also mittelbar auch Walther Balhenau: und es mag auch angemerkt werden, dal.» einer der HauptmiSai heiter Bismarcks, der preußische Juslizminisler und deutsche Staatssekretär Heinrich von Friedberg als Jude in Märkisch Friedlaud geboren war. Wie rapide die Abwanderung vorschritl. lehren die Zahlen. lS.'U) waren nur noch 4f>0 Juden am Ort. 1<S{)5 nur noch 200. Heute ist die jüdische Gemeinde des etwa;>000 Einwohner /.bildenden Lnndslädlchens. kaum noch <)0 Seelen stark und das, obgleich nach dem Kriege ein gewisser Zuzug aus den abgetriebenen preußischen Üslp rovinzen neu hinzugekommen ist. Besser als an dem Beispiel von Märkisch Friedland könnte also die Fmlagerung der jüdischen Bevölkerung innerhalb Preußens und Deutschlands kaum aufgezeigt werden. Seine Glanzperiode erlebte Märkisch Friedland, der Herkunftsort so vieler, die späler den Familiennamen Friedländer annahmen, zu der Zeit, als Akiha Fger dort das