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Menorah · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. 169

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Kriegsaufzeichnungen eines jüdischen Offiziers
Date
1931-03-01
Page
169 (sequence 1)
Language
German
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KRIEGSAUFZEICHNUNGEN EINES JÜDISCHEN OFFIZIERS Wir veröffentlichen aus dem gleichnamigen Werke, das in jiddischer Sprache im Jahre 1929 in zweiler Auflage im Verlage Brzoza, Warschau, erschien, einige Abschnitte, in welchen der Autor von seinen Erlebnissen unter der jüdischen Bevölkerung der okkupierten (iebiete Rußlands erzählt. n Oderberg wissen wir bereits genau: Wir fahren an die Front über JL Russisch-Polen. Meine achtzehnjährigen Soldaten, die bei jedem Zornesausbruch des Feldwebels in Tränen ausbrechen, und die vierzigjährigen Juden, die immerfort seufzen, selbst wenn sie Sabbattiieder oder jüdische Theatercouplets singen — sind von unseren Siegen in Serbien, Montenegro und Albanien wenig begeistert; ebensowenig gehen ihnen die DÜTerenzen mit Amerika und der Fall von Erzerum nahe. Wir fahren schon drei Tage sehr bequem, versorgt mit allen möglichen Leckerbissen, und meine Soldaten hegen, außer der allgemeinen Sehnsucht nach Frieden, nur noch den einzigen Wunsch: die Fahrt möge um so länger dauern, damit sie desto später an die Front gelangen. Am vierteil Tag passieren wir die Grenze. Überall Spuren der Vernichtung. Kräftige, rotwangige Bauernmädchen winken den Soldaten zu, zerschlissene, blasse jüdische Burschen und Frauen preisen Schokolade an, einen Kreuzer das Stück, und zittern vor dem Hauch eines jeden sich ihnen nähernden Offiziers; polnische Bauern sind an den Balmarbeiten beschäftigt. Der kleine, eingeäscherte und wieder aufgebaute Bahnhof ist voll von polnischen Legionären. Etwas weiter steht eine neue, sehr große Eisenbrücke mit der Aufschrift: ..Erbaut von deutschen Pionieren." Serbische Gefangene, die „aus politischen Gründen" hieher verschleppt wurden, beendigen den Bau. Die Zivilbevölkerung darf nicht an den Bahnkörper heran, sie wartet in einigem Abstand, bis die Soldaten kommen, um ihre Einkäufe zu besorgen. .,Eine Kopeke, ich meine einen Kreuzer eine Zigarette!" korrigiert sich ausrufend der zwölfjährige Judenjunge, der von Soldaten umringt, einen schwungvollen Handel betreibt. Der Christ, der Wurst teilbietet, beneidet den ..jüdischen Racker", der sich mit den „Schwa- V on J akob \leste I Aus dein Jiddischen von J. S. 1917 — Durch. Russisch-Polen

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