Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Durch Spanien und Portugal
- Date
- 1931-03-01
- Page
- 107 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Cordova / Inschrift in der Synagoge Doch sehen wir von persönlichen Eindrücken ab. Werten wir einen Blick in die Zeitungen, die ja doch bis zu einem gewissen Grade als Spiegel des Volksgeistes gelten dürfen. Wie so vieles, was man noch immer über Spanien hören kann, widerspricht den Tatsachen die Behauptung, daß es in Spanien nur wenige Zeitungen gebe, daß überhaupt wenig gelesen werde. Nun ist es wohl wahr, daß Spanien sehr viele Analphabeten aufweist. Schuld ist daran, wie man uns sagte, der Mangel an staatlichem Schulzwange und die Armut des Volkes, die es dem Vater nicht ermöglicht, das Schulgeld zu bestreiten. Man findet deshalb auch in den Hotels eine auffallend große .Anzahl schulpflichtiger, aber sehr anstelliger Jungen als Laufburschen beschäftigt. Immerhin sieht man, besonders in dem fortgeschrittenen Barcelona, auf den Straßen viele Zeitungsleser. Die Straßenarbeiter lesen in der Arbeitspause, auf den Bahnhöfen wird, wie bei uns. Reiselektüre angeboten und viel gekauft. Die Tageszeitungen kosten nicht mehr als 10 Centos, also kaum 10 Groschen. Sie sind illustriert. Illustrierte Wochenblätter, die einem gewählten Geschmack entsprechen, kosten von 30 Gentos bis zu 1 Peseta. Auch deutsche Zeitschriften erscheinen in Barcelona, die eine wöchentlich, die andere halbmonatlich. Die Zeitungen sind natürlich mit wenigen Ausnahmen parteimäßig eingestellt, meist liberal, die meistgelesene, „ABC", konservativ. Sie bringen unter anderem auch Aufsätze über spagnolische Sprichwörter, Synagogen und andere Gegenstände der jüdischen Geschichte und des jüdischen Lebens. Aber eine Zeitschrift ist unter den vielen liberalen für uns von