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Menorah · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · p. Seite 72

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Article
Juden sollen Bauern werden!
Date
1931-01-01
Page
Seite 72 (sequence 10)
Language
German
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72 MENORAH baten ihn, uns die Selbstverwaltung zu gewähren. Betreffs der Verträge und der Zinsen wollte Dr. Wechsler nichts erwähnen, indem er behauptete, es werde auch dieses Problem gelöst sein, sobald die Autonomie in der Verwaltung erlangt sei. Weder auf das Telegramm noch auf den Brief hatten wir je eine Antwort gesehen, das heißt, man hatte sie uns einfach niemals ausgefolgt; das stellte sich später heraus. Der Baron hatte uns tatsächlich geantwortet, aber erst nach seinem Tode folgte uns ein Beamter der Administration, auf unsere Bitte, den Brief des Barons geheim aus, und wir ließen von ihm eine beglaubigte Abschrift anfertigen. Dieser in deutscher Sprache abgefaßte Brief war an uns, an die Vorsteher der Kolonie Mauricio, gerichtet; er trug das Datum vom 10. Juli 1894, war im Namen der Ica geschrieben und vom Baron unterfertigt. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die autonome Verwaltung der inneren Angelegenheiten zu Einigkeitund fleißiger Tätigkeit führen werde. Gleichzeitig war darin auch betont, der Baron habe tiefstes Vertrauen zu dem Verwalter des Hauptbüros; alles habe durch seine Vermittlung zu gehen, nur in äußerst dringenden Fällen könne man sich an den Baron direkt wenden. Wie bereits erwähnt, hatten wir von diesem Schreiben keine Ahnung, obwohl uns darin eine gewisse Konzession gemacht wurde, die Selbstverwaltung. Ende Mai hatten sich die Verhältnisse gebessert. Wir folgerten daraus, daß dieser Erfolg dem Telegramme zu verdanken sei, obwohl unsere Widersacher behaupteten, der Baron hätte das Telegramm gar nicht zu Augen bekommen, da die Adresse unrichtig gewesen wäre. . . . Aber es ist Tatsache, daß wir wegen der Verträge nicht weiter behelligt wurden. Erst viel später, im Jahre 1895, wurden sie von Lapin, nachdem er aus Europa als „Selbstherrscher" zurückgekehrt war, abgeschlossen. In diesen aber wurde der Termin auf zwanzig Jahre verlängert; im Jahre 1901 wurden sie wieder abgeändert, so daß die zwanzig Jahre erst von diesem Jahre an zählten. Die Weizensaat und die monatliche Unterstützung wurde verteilt, und die Arbeit nahm ihren normalen Verlauf. i\l icht wie ein Jahr zuvor, reitend auf einer Schindmähre, als armer Agronom, mit abgewetzten Stiefelröhren, kam Lapin diesmal zu uns, sondern als Herr, als Selbstherrscher. . . . Da er vom Baron XL VI. Diktator Jehosckua Lafiin

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