Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Das Recht auf Leben
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Kinder in Ejn Charöd meli: „Ich reite hin und hole das Frühstück. Ami hat heute genug mit den Kindern im Kindergarten zu schallen." Karmeli band sein Maultier los, schwang sich darauf und verschwand im Nu, obwohl wir die Iluisehläge des Tieres deutlich hörten. Jascha rief ihm noch nach: „Reite nicht zu toll auf deinem Pegasus, du schüttest unsere Brühe noch aus." „Hab' keine Angst, Junge, Heu genug für jedwedes Tier ist auf Gottes Erde!" kam es zur Antwori. Wir zwängten uns unter den Wasserwagen, um wenigstens etwas vor der Glut geschützt zu sein, schlössen die Augen und bemühten uns, einer außerhalb des Atembereiches des andern zu sein. Man ward still und wartete. Auf Wasser. Vor allem: Wasser. Die Siedlung lag etwa fünf Minuten von unserer Arbeitsstätte entfernt, und so wußten wir. daß fünfzehn bis zwanzig Minuten vergehen mußten, bis der köstliche Trunk da sein würde. Wir lagen da. jeder in sich zusammengeklappt und hörten nichts als das nervöse Ausschlagen der Maultiere. Bis die Nüstern Jaschas sich wieder blähten und er warnend rief: „Die ,Weißen{ kommen!" Wir kannten die Weißen. Das war die Bezeichnung für die grausamste graue Gelse, deren jeder Stich eine Eiterbeule bedeutete. Wir kannten die Viecher! Bald hörten wir ein monotones leises und doch eindringliches Summen. Da gab es nur eine Rettung: sich flach auf den Bauch zur Erde zu werfen und das Gesicht verbergen. WTir taten es blitzartig. Es