Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Eisenwerk [Illustration]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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52 MENORAH sich in diesem Buch von erstaunlicher Beobachtungsgabe. Er ist durchaus kein blinder Bewunderer der amerikanischen Wirtschaft und sieht vor allem die Gefahren, die durch die „terroristische Ausübung einer ökonomischen Alleinherrschaft"*, wie sie vielfach in Amerika auftritt, entstehen können. Amerika scheint ihm wegen seiner reichen Bodenschätze und der Energie seiner Bewohner als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Infolgedessen steht für ihn das eine fest: „der schärfste wirtschaftliche Wettbewerb der Vereinigten Staaten auf den Weltmärkten bleibt außer Frage". Wenn Deutschland, so erklärt er. eine Konkurrenz mit Amerika aufnehmen will, so muß es bedingungslos Zugeständnisse „in der Kunst der industriellen Organisation, in dem disziplinierten Zusammenwirken, in der Herabsetzving der Produktionskosten, in der von keiner Rücksicht auf Kosten eingeschränkten Ausnutzung eines jeden durch die Entwicklung der Technik erlangbaren Vorteils machen". Auch den Landwirten rät er, sich die amerikanische Landwirtschaft, besonders das Lagerhaus- und Getreidegraclierungswesen zum Vorbild zu nehmen. „Die ökonomischen Verhältnisse der Vereinigten Staaten*', so schreibt Goldberger ferner, „beruhen nicht auf morschem und schwindelhaftem Fundament, noch auf bloßen Glückszufällen, sie sind das Ergebnis ernster, tüchtiger und zielbewußter Arbeit." Die stark fortgeschrittene Mechanisierung, die er überall in Amerika antrilTt, und in der er ein Zeichen der Höhe der amerikanischen Wirtschaft erblickt, erklärt er sehr richtig aus der anfänglich geringen Zahl von Menschenhänden, die „zu einer in solchem Umfang vorher nicht gekannten Verwendung von Maschinen zwang.". Er glaubt aber, daß diese Airwendling der Maschinenkraft schließlich „doch keine Menschenhand zum Feiern zwingt, vielmehr den Bedarf fast überall in demselben Ausmaß wie die Produktionsfähigkeit steigert". Das Amerika von heute wird „vornehmlich durch jene ,Klasse von Feldherren und Befehlshabern' repräsentiert, die Thomas Carlyle schon 1850 mit prophetischem Blick als die Ahnherren ,einer neuen, wirklichen und nicht eingebildeten Aristokratie' erkannt und für die er die Bezeichnung ,Gaptains oi Industry' geprägt hat". Diese Industriekapitäne, die „durch rastlose Energiebetätigung, durch Ausnutzung des eigenen und Befruchtung des Geistes anderer das beispiellose Erstarken der ökonomischen Leistungsfähigkeit der Union geschalTen haben", erscheinen ihm als das Vorbild von Männern, die mit freier Verantwortung nul' freiem Boden die Wirtschaft zu führen berufen sind. Goldberger versucht, durch sein Buch in Deutschland Verständnis