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Menorah · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · p. Seite 49

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Article
Eisenwerk [Illustration]
Date
1931-01-01
Page
Seite 49 (sequence 4)
Language
German
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JUDEN IN DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT 49 nach Berlin, besucht hier das Französische Gymnasium, das er als Primaner verläßt. Er geht nach Wien in die Lehre, tritt dann in das väterliche Bankhaus I. T. Goldberger in Berlin ein, das nach des Vaters frühem Tode die kluge Mutter leitet. In kurzer Zeit ist er und sein Bruder Georg Chef der Firma. Es gelingt ihnen, den Wirkungskreis der Bank auszubauen, bis schließlich die eigene Firma von der Internationalen Bank übernommen wird, in der Goldberger die Stellung eines Vizepräsidenten bekleidet. Die Beteiligung an Banken und Bahnen wird die Domäne seiner Betätigung. Schon an der Gründung der Dresdner Bank hat Goldberger Anteil. Lange Zeit gehört er ihrem Auf sich tsrat an. Ähnlich wie Bleichröder gewinnt er großen Einfluß auf die italienische Wirtschaft und gründet die Banca Unione Italiana. Mit der Darmstädter Bank führt er die Fusion verschiedener Schweizer Bahnen durch, mit der Deutschen Bank legt er die Grundlagen für die Verstaatlichung des Schweizer Eisenbahnnetzes. Auch der Zürcher Bankverein wie andere Schweizer Banken sind unter seiner Mitwirkung entstanden. Durch diese Tätigkeit, die ihm in der internationalen Finanzwelt einen großen Ruf verschallt hat, wird man auch in Berlin auf Goldberger aufmerksam. Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller" wählt ihn am 29. März 1886 in seinen Vorstand, am 4. Mai 1892 zu seinem ersten Vorsitzenden. Der Verein war am 6. Oktober 1879 als Gegengewicht gegen die Korporation der Kaufmannschaft gegründet worden, weil große Kreise der Berliner Wirtschaft ihre Interessen durch das Ältestenkollegium nicht genügend berücksichtigt landen. Aber erst Goldberger nimmt diesen Kampf um eine allgemeine Vertretung der Berliner Wirtschaft zielbewußt auf. In einer Bede, die er im Oktober 1901 vor den Mitgliedern des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller hält, und die er zu einem großen Rechenschaftsbericht ausgestaltet, kann er mit Stolz auf die Erfolge hinweisen, die diese Organisation unter seiner Leitung errungen hat. Hatte der Verein 1892 erst 639 Mitglieder, so sind es 1901 bereits 209;"). Außerordentlich vielseitig sind die Arbeiten, die der Verein in den zehn Jahren unter Goidbergers Führung leistete. Schon 1893 gelingt es ihm, die Verleihung der Rechte einer juristischen Person für den Verein zu erwirken und ihn damit der Korporation der Kaufmannschaft gleichzustellen. Gleichzeitig verlangt er die Reorganisation des Ältestenkollegiums. Im selben Jahr am 12. August 1893 gründet Goldberger den Zentralausschuß kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine", der ,,die innerhalb der mannigfachen Fachverbände vorhandenen Erfah-

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