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Menorah · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · p. Seite 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Article
Eisenwerk [Illustration]
Date
1931-01-01
Page
Seite 46 (sequence 1)
Language
German
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46 MENORAH schmidt größten Einfluß. Schon frühzeitig aber wird der jüdische Händler auch Fabrikant. Mit der Entwicklung der Industrie steigt er zum Industriellen auf. Ludwig Loewe wird einer der Schöpfer der Berliner Industrie. Emil Rathenau der Vater der deutschen Elektrizitätswirtschaft. Ist Bethel Henry Strousberg der Pionier des deutschen Eisenbahnwesens, so wird Albert Ballin der Admiral der größten Handelsflotte der Welt. An der Entwicklung der oberschlesischen Industrie sind Juden schon seit den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts beteiligt. Der Kohlenkönig Eduard Arnhold schafft neben Fritz von Friedländer-Fuld die enge Verbindung dieses Reviers mit der Industrie der Reichshauptstadt. Bahnbrecher des Verkehrs werden Benno Orenstein und Arthur Koppel wie Julius Berger, die in aller Welt Bahnen erbauen. Forscher und Industrieller zugleich ist Nikodem Garo, einer der Schöpfer der Stickstolfindustrie der Welt. Die Familie Tietz entwickelt aus dem Weißwarengeschäft den modernen Warenhauskonzern. Zu den modernen Finanziers von Weltruf gehört neben Max M. Warburg sein Sozius Carl Melchior, der von der Deutschen Regierung seit den Tagen des Krieges stets in die vorderste Reihe der Unterhändler gestellt worden ist. So finden wir heute in allen Zweigen der deutschen Wirtschaft Juden. Neben den Händlern und Handwerkern stehen die Schöpfer der großen Organisationen, der Syndikate und Truste. Wenn die Reichshauptstadt Berlin immer mehr auch zu einem Wirtschaftszentrum Deutschlands geworden ist, so verdankt sie dies nicht zuletzt der Tatkraft ihrer jüdischen Bewohner. Zu den Männern, die ganz bewußt Berlin zu einer Weltstadt ausgestalten wollten, gehört Ludwig Max Gold berger. Sein Porträt, das nachstehend folgt, ist bisher noch nicht veröffentlicht worden. Es soll die Studien meines Buches ergänzen. Ludwig AI a x Gold berger In einem halben Jahrhundert war Berlin eine Weltstadt geworden. Von den 200.000 Einwohnern, die es zählte, als 1820 die Korporation der Kaufmannschaft gegründet wurde, als Salonion Herz und August Borsig nach Berlin kamen, hatte es sich bis zum Jahr der ersten deutschen Revolution verdoppelt. Als neuerkorene Hauptstadt des Reiches zählte es bereits 800.000 Einwohner. Eine abermalige Verdoppelung war eingetreten. Der Entwicklung Berlins schienen damit Grenzen gesetzt zu sein. Aber allen Gesetzen zum Trotz nahm das Wachstum in arithmetischer Progression seinen Fortgang: um die

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