Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1930)
- Article
- Neue Synagogen
- Date
- 1930-11-01
- Page
- Seite 545 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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NEUE SYNAdOGEN 545 Fritz Landauer, München AußcnansicJit der Synagoyc in Plauen i. V. hat damals nur natürlich, weil jede soziale Betätigung aus der religiösen Wurzel hervorging, und in diesem Sinne auch für heute vorbildlich. Die blockhart geschlossene Erscheinung des Bauwerkes betont die Gemeinsamkeit aller jener Bestimmungen, denen es dient. Aber schon außen wird auch eine Aufteilung erkennbar, die der profanen und der heiligen Funktion des Hauses ruhig entspricht. Dunkel, im Violettbraun seiner Klinker hebt sich das Untergeschoß — das Behältnis der Vor- und Nebenräume mit den Aufgängen — vom Verputz des Oberbaues ab, der wiederum vorn, über dem Laubengang mit dem Portal, schon durch die drei Fensterlagen den reichlich aufgeteilten Verwaltungstrakt erkennen läßt, während die große Fensterordnimg an der Nordseite sichtlich dem Kultraum zugehört. Dieses Riesenfenster tritt dermaßen hervor, daß seine Brüstung einen deutlichen Schatten wirft. Trotzdem herrscht die ausgespannte Fläche: innerhalb der großen Rechtecke des Mauerwerkes erscheinen die Lichtölfnungen als reguläre Einschnitte. Regulär, aber nicht auch symmetrisch. Diese keineswegs willkürlichen, sondern inwendig begründeten Abweichungen von der Symmetrie wirken auf ihre vernünftige und aparte Weise belebend.