Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1930)
- Article
- Neue Synagogen
- Date
- 1930-11-01
- Page
- 541 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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NEUE SYNAGOGEN ir setzen unsere Synagogenchronik fort. ▼ Y Auch sonst steht unter den Künsten heute ----- und nicht erst seit heute — die Baukunst voran. Sie ist die Kunst unserer Zeit, erfüllt vom gegenwärtigen und künftigen Leben, Sie allein ist schon fähig, die Eigenschaften und Kräfte dieses Lebens nicht nur klar zu erkennen, sondern auch auf eine angemessene Form zu bringen. Gewiß, die Formcnbildung ist noch nicht abgeschlossen, sie ist unter unsern Augen im vollen Gange, so sehr bewegt, daß jede neue Lösung erstaunlich schnell veraltet. Um so wichtiger, um so interessanter, was sich da bcgibt. Bei einer solchen Lage der Dinge kann es für uns — aus oft erörterten und wohl auch hinlänglich bekannten Gründen — keinen wichtigeren, keinen interessanteren Gegenstand der Kunst geben als das Haus unserer Gemeinschaft: die Synagoge. Eben deshalb haben wir seinerzeit den Bericht über die moderne Arbeit auf diesem Felde aufgenommen, haben ihn nach bestimmten Gesichtspunkten — vor allem durch unmittelbare Äußerungen der Architekten zur Sache - ausgebaut und setzen ihn in diesem Sinne heute fort. Uie neueste Verwirklichung ist die Synagoge in Plauen von Fritz Landauer, das neueste Projekt die Synagoge mit Rathaus und Schule iür Zürich von Liaskowrski. Landauer schickt der Erläuterung seiner Arbeit eine historische Übersicht voraus, die man natürlich — wie auch alles übrige — als das wird nehmen müssen, was sie ist: als die persönliche Auffassung eines Sachverhaltes. Demgemäß kommt es hier nicht so sehr darauf an, inwieweit die Darstellung des Künstlers „richtig" ist, sondern inwiefern sie sein Werk erklärt. Er schreibt: ,,Uni die heutige Aufgabe zu skizzieren, so wie sie sich mir darstellt, muß ich einen wenn auch kurzen geschichtlichen Rückblick auf den Synagogenbau geben. Eine Entwicklungsgeschichte im eigentlichen Sinne kann nach dem heutigen Stande unseres Wissens nicht wohl geschrieben werden. Es ist uns sehr wenig von selbständigen Gestaltungen jüdischer Gotteshäuser bekannt: ja, so weit wir zu urteilen vermögen, scheint es, daß die Juden im Verlaufe der Zeiten wenig Eignung oder Neigung zu eigenen Bauschöpfungen zeigten. Man hat sich vielmehr, wie ersichtlich, der Bauform und dem Zeitstil des Autenthaltlandes angeschlossen; nur einige Kultcinrichtungen, wie die Aufstellung von Almemor und Schrein und die