Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1930)
- Article
- Schalom Asch erzählt sein Leben
- Date
- 1930-11-01
- Page
- Seite 538 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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538 MENORAH vom Glauben an die Menschlichkeit und für diesen Glauben bemühe ich mich in jedem meiner Werke die Stimme zu erheben. Dazu kommt das Erbe, das mir mein Vater überkommen hat, — es ist seine moralische und physische Kraft (jawohl, auch die physische, — - ich weiß nicht, ob ich ohne die starke Konstitution, die ich von meinen Eltern geerbt habe, die Jahre des Hungers und der Not ertragen hätte). Weiters hielt mich die einförmige, arbeitsame, doch tief in mein Herz gegrabene Landschaft meiner Geburtsstadt, die ich ebenso wie meines Vaters ehrliches Antlitz stets in mir trage. Und nicht zuletzt — so glaube ich — wirkte jene auf Gott vertrauende und an die Menschen glaubende ethische Kraft, die so tief in dem einfachen Durchschnittsjuden wurzelt. Diese ursprüngliche Kraft ist ein Bluterbe von unseren Vätern her; sie schuf den Typus der menschlich schwachen, doch in Gott starken Juden, wie es unsere Ahnen waren. Ludwig Schwerin Amnon und Thamar (Habimah)