Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1930)
- Article
- Die Mischehe
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 503 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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UMSCHAU 503 tische n K o r p o r a t i o n e n, Mitglieder zulassen, die mit Niehljüdinnen verheiratet sind. Sie haben gewiü die Mischehe nieht luudngesehränkl gebilligt, indem sie nur dann die Zugehörigkeit dulden, wenn die K i n d er i n (I e r j ü d i s c Ii e n R e 1 i g i o n erzogen werden. Aber auch diese Kompromißlösung kann darüber nicht hinwegtäuschen, dal,» nicht nur (iemeinden und allgemeine Organisationen, sondern auch die zur Förderung jüdischer Zusammengehörigkeit und jüdischen Sinnes bestimmten Vereinigungen sich mit der Mischehe ablinden und sie dulden, dal.) sie sie damit in der Praxis anerkennen und lordern. U n d d a r i n h e s lebt d a s e i g e n l- 1 i c h e P r o b 1 e m d e r M i s c Ii e h e. d a 1.5 d a s j ü d i s <• h e (i e \v i s s e n all m;i h- 1 i c h g e g e n s i e u n d i h r e F o 1 g e n a bg e s t u in j) i l wird. Wie traurig und wie unbegreiflich solches ist, wird ein Blick auf das C Ii r i s I e n l u in erweisen. Mau frage sieh, ob wohl ein 1* rötest a n t. der eine k a t h o i i s c h e oder j i'i d i s e h e Frau hat, zu irgend einem k i r c h l i e h e n F h r e na m t oder zur Leitung einer evangelischen Organisation berufen werden könnte! Schon der (iedanke ruft ein Lächeln hervor. Aber im Judentum ist solches tagtäglich möglich. Eine strengere Stellungnahme der maßgebenden jüdischen Kreise würde Klarheit schallen! Wenn jeder, der in Mischehe lebt, v o n all e n j ü d i s c h e n A m t e r n a u sge s c h 1 o s s e n w i r d, kann w enigstens der zersetzende Einfluß der Mischehe iiuf das Leben der jüdischen Allgemeinheit ausgeschaltet werden. Auf die Zahl der Mischehen bleibt uns aus den bereits angeführten Gründen wenig Einfluß. Aber u n s e r e W ü r d e können wir und müssen wir wahren und diese verlangt, daß das jüdische Leben nirgends dem Gedanken der Mischehe Konzessionen mache. In dieser Forderung liegt keineswegs Intoleranz. Sie ist lediglich ein Akt der primitivsten Selbsterhaltung und der Selbst wehr! Im eigenen Lager also aufzuräumen und Klarheit zu schaffen, dürfte für alle weiteren Überlegungen, wie mau die Mischehe bekämpfen kann. Voraussetzung sein. Denn es gehl, nicht an, daß die Judenheil a u f d e r e i n e n. Seite üb e r d a s Ü b e 1 j a m m er l u n d A b w e Ii r m a ß r e g e 1 n e r w ä gl. a u f d e r a n d e r e n a b e r d u r c h P a s s i v it ä t u u d ]) u 1 d u n g d i e M i s c h e h e a ne r k e n n t u n d e r m u t i g t. Felix Goldmann UMSCHAU für die Zeit vom 21. Juli bis 20. Sepieniber. PEl'TSOHLAXl) UNI) OSTEPyREICIL Der Rcichslagsabgeordnele Ludwig Haas, ein tührender Parlamentarier der demokratischen Partei, ist gestorben. — Die deutschen Peichstagswahlen endeten mit schworen Einbußen der bürgerlichen Parteien und der Sozialdemokral ic Kommunisten und Nationalsozialisten erzielten großen Mandatsgewinn: die. Nationalsozialisten sind mit 107 Mandaten die zweitslärksle Partei des Reichstages. —■- Der Vorsitzende des Preußischen Landesverbandes jüdischer (iemeinden. Kammergerichlsraf Leo Wolf, feierte kürzlich den 0)0. Geburtstag. -~- Dem Hamburger Bankier Melchior, Mitinhaber des Rankhauses Warburg, wurde vom Senat der Sladl Hamburg die seltene Auszeichnung der Bürgcrineisler-Sfolten-Medaille verliehen. — In Wien ist der bekannte jüdische Publizist Jakob Krausz gestorben. — In Berlin hielt die Vereinigung ..Sehomre Sciiabbos" den ersten Sabbat-Weltkongreß ab, bei dem gegen die geplante Kalenderreform des Völkerbundes mit dem Hinweis auf die rnmögliebkeit der Sabhut-Fixicrung Stellung genommen wurde. HTHIU A "R Q^HIFF" Größte internationale Kunstwerkstättc für V_>/ X l llYJLyVlX t3v^I Iii L Perücken, Scheitel und Transformationen Wien, L, Kärntnerring 6, gegenüber dem Hotel Bristol liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmen orthodoxen Damen aller Länder Perücken ■' Spezialität: Brautsdieitel, diese werden der Mädchenfrisur mit verblüffender Täuschung nachgemadit ■ 1111