Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1930)
- Article
- Juden sollen Bauern werden!
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 483 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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JUDEN SOLLEN BAUERN WERDEN! 483 nicht die Saat beschädigte, wurde mit dem Lesen zugewartet, bis der rlirle zurückkehrte. So erhielten wir die Feldbibliothek mit dem unter Gottes freiem Himmel befindlichen Lesesaal bis zu Lapins Ankunft. Madame Lapin, eine diplomierte Ärztin, eine sehr gebildete und edle Frau, half uns, eine reiche Bibliothek zu schallen. Sie selbst spendete für diesen Zweck zweihundert Pesos und erwirkte bei ihrem Manne, dem Administrator Lapin, uns im Administralionsgebüude ein Zimmer für die Bibliothek einzuräumen; sie befindet sich dort noch bis zum heutigen Tage. Das bißchen Kultur, das wir zwar in sehr spärlichem Maße besitzen, haben wir jenen ersten mutigen Kolonislenfrauen zu verdanken, und ihnen allein gebührt Ehre und Ruhm. VJToidsmith hatte sich bis zum 12. Juli 1893 im Lande aufgehalten, und ihm verdanken wir es, daß die Einwanderer Kolonisten wurden. Unter seinem Regime wurde das Land aufgeteilt, Große Familien erhielten je fünfzig Hektar, kleine je fünfundzwanzig. Jedem Kolonisten wurden sechs Ochsen, ein Pferd, ein Pllug und andere landwirtschaftliche Geräte zugewiesen. Der Colonel hatte noch die erste Ernte des Jahres 1892 sehen können, die manche Kolonisten einbrachten. ,,Alperson/' sagte mir Goldsmith stolz, ..Ihre vierzig Sack Weizen haben wir mit je 7'6() Dollar verkauft/* Aber den Erlös hatte ich nie zu sehen bekommen; und im Rechnungsausweis der Ica waren sie auch nicht ersichtlich! Der Colonel halte noch Gelegenheit, fast die letzten 3200 Rinder an Senor Jose Perez um zwölf Pesos per Stück zu verkaufen. Mag sein, daß er es nur deshalb getan hatte, um die besäten Äcker vor Schaden zu bewahren, oder den Beamten die mühsame Arbeit des Stehlens zu ersparen. Wer weiß, welche Gefälligkeit er damit den Kolonisten erweisen wollte? Und plötzlich, still, unbemerkt, ohne Begleitung und ohne ..Lebewohl" verschwand er aus Argentinien, und keiner schickte ihm seinen Segen auf den Weg mit. Ein provisorischer Direktor, ein russischer Jude namens Maxime Kogan, wurde aus London an Stelle Goldsmiths zu uns geschickt. Als Gehilfe kam mit ihm Dr. Berkenheim aus Petersburg mit. Administrator unserer Kolonie war ein gewisser Rosenberg, gleichfalls ein russischer Jude, und das despotische Regime des Zarismus pflanzte sich auf uns über. JCJCJCV. Ein französischer Sfiii