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Menorah · 1930-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1930) · p. 389

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1930)
Article
Juden sollen Bauern werden!
Date
1930-07-01
Page
389 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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JUDEN SOLLEN BAUERN WERDEN! (Erinnerungen eines jüdischen Kolonisten in Argentinien) Von M. Alperson Aus dem Jiddischen ins Deutsche übersetzt von J. S. (8. Fortsetzung) JKXVIIL Strenge Disziplin Im Juli 1892, zwei Monate nach Goldsmiths Ankunft, bestieg ein neuer Herr den Thron*'. Ein roter Engländer namens Sir Arthur Butel. Der sah kalt und streng auf uns herab und empfing uns mit Ekel in den Mienen, wie schmutzige Geschöpfe. Ein verhutzeltes, charakterloses Männlein stand als Dolmetsch neben seinem Stuhl und band dem Administrator oft Worte auf, die wir nie gesprochen hatten. Nicht zu jeder Zeit konnte man vom Administrator empfangen werden, niemand durfte den Kopf hoch tragen. Eine neue Ordnung, Kasernenluft, erfüllte die Kolonie, und es herrschte grausame Disziplin. Es bedurfte eiserner Energie und eines großen Maßes an Geduld, um die Beleidigungen und die Despotie, die Goldsmiths Regime mit sich gebracht hatte, zu ertragen. Das einzige, das uns den Mut gab, zu leiden und zu schweigen, war seine Aktivität. Die Kolonien wurden im Eilzugstempo besiedelt, und man ging daran, die Leute so rasch wie möglich in Ackerbauer zu verwandeln. Das rechtfertigte teilweise die militärische Disziplin. Die Hoffnung, endlich eine sichere Heimat zu finden, versüßte uns die bitteren Pillen, die uns die Kaserne in großer Dosis verabreichte, und das vertrieb auch unsere Schwermut. Mit Sturmeseile, mit englischer Pünktlichkeit und militärischer Exaktheit hatte Goldsmith die Kolonie erbaut. Mit dem Bauunternehmer Juan Alfaro wurde ein Vertrag geschlossen, in der Gruppe 39 eine Schule sowie die Skelette unserer Häuser zu errichten, die dann die Kolonisten selbst fertigstellen mußten. Täglich wurde neues Werkzeug und Material gebracht, und die Kolonisten wurden an die Arbeit getrieben. Alle aber arbeiteten mit Lust und ackerten fleißig die Erde auf. Gepflügt wurde, wie man nur konnte und wieviel man konnte. Jeder praktizierte es auf seine Art, und die meisten wußten überhaupt nicht, wie damit umzugehen. Folgende Episode kann das genau charakterisieren: In der Gruppe 47 wurden der Greis Leibele Uhrmacher und sein 22jähriger Sohn als „Alleinstehende" angesiedelt Der Alte blieb zu

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