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Menorah · 1930-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1930) · p. Seite 387

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1930)
Article
Der erste Mensch - der erste Golem
Date
1930-07-01
Page
Seite 387 (sequence 6)
Language
German
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DER ERSTE MENSCH — DER ERSTE GOLEM 387 (Wahrheit) stand, das den Golem zu Leben und Werken befähigte. Als nun der Rabbi durch seine List den Golem dazu verhielt, sieh zu bücken, und ihm den ersten Buchstaben des lebenspendenden Zauberwortes von der Stirn auslöschte (wodurch .,metlr* —- Tod, übrig blieb), da stürzte die riesenhafte Last des Lehms auf den Rabbi und erdrückte ihn. Iiier ist also eine andere Variante des magisch-mystischen Wortprinzips gegeben. Chaim Bloch, dessen Buch „Der Prager Golem'" bereits erwähnt wurde, berichtet über eine Reihe von Golemsagen aus Polen und dem übrigen europäischen Osten, die immer mit berühmten Rabbinen zusammengebracht sind. So hat Rabbi Elia h u, mit dem Beinamen Baal-Schern von Wilna, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts lebte, sich der Sage nach einen Golem igeschaflen: aber auch der unter dem Namen B a a l - S c h e m T o w bekannte Begründer des Chassidismus sowie sein Zeitgenosse Rabbi Mosch e von Kutyw werden als mächtig der Erschaffung eines dienstbaren Golemgeschöpfes angesehen. Interessant ist, daß auch dem Gaon Elia von Wilna die Schaffung eines Golem zugeschrieben wird. Gewissermaßen der letzte Golem wird dem Rabbi Dowidl Jaffe in Dorhiczyn (Gouvernement Grodno), der um 1800 lebte, von der Sage angedichtet; dieser Golem richtete, analog wie in der Prager Sage, am Sabbat Unheil an, indem er eine Feuersbrunst verschuldete, welche die Stadt zerstörte. (Man beachte übrigens die in fast allen Varianten der Sage zutage tretende unheilvolle Macht des Golem, die neben der heilsam wirkenden einhergeht.) Diese „östlichen" Golemgeschichten scheinen vorwiegend unter der Einwirkung der Prager Golemsage entstanden zu sein; es finden sich, wie bereits angedeutet wurde, in ihnen verwandte Züge, die allerdings zum Teile auch mit dem Hauptproblem der Golem - legende, der parallel mit der göttlichen laufenden menschlichen Schöpfer k r a f t, z u s a m m e n h ä n g e n m ö g e n. Interessant, weil auf die bereits erwähnte Zeit des unterirdischen Lebens der Golemmystik hinweisend, sind G o 1 e m s a g e n a u s d e r frühmittelalterlichen Zeit. Der berühmte Philosoph und Dichter Salomo ihn Gabirol (11. Jahrhundert) soll der Sage nach einen w e i b 1 i c h e n G o 1 e m als Dienstmagd geschaffen haben. Chaim Bloch nennt als den Schöpfer dieses weiblichen Golem Rabbi Simon ben Gamliel und erwähnt auch, daß der berühmte Bibelkommentator, Dichter und Grammatiker A b r a h a in ihn E s r a (12. Jahrhundert) der Sage nach ein menschliches Wesen künstlich geschaffen habe; bald aber hätte er seine Tat bereut und gesprochen:

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